Sonntag, 30. Mai 2010

Slicha, Israel - aber ...

... diesmal hat es nicht geklappt!
Obwohl Israel immer ein Garant für gute Lieder wie "Halejuljah" oder "Leila Tov, Europa" war - war der diesjähirge Beitrag qualitativ bestimmt einer der Besten - aber zu schwer.
Zu schwer für ein Europa, was gerade eine große Krise durchleben, durchleiden und überwinden muss. Wer will da so schwere Musik hören und Worte, die es nicht versteht.
Dass Israel eben nicht zu Europa gehört, hat dieser Beitrag, von einer ansonsten sehr musikalischen Nation, bewiesen. Zu Europa gehören zu wollen, aber ansonsten amerikanischen "live-style" liebend, die eigene Individualität immer mit dem Vorwurf des "anti-semitismuses" oder "anti-israelismuses" durchboxend, ist eben nicht gleichbedeutend damit, die europäische Seele zu verstehen und hat den wirklich guten Beitrag am Samstag scheitern lassen.
Völlig verkennend in welcher Stimmung sich die Europäer gerade befinden, kam der isralische Beitrag (bei Unkenntnis der hebräischen Sprache) wie eine Anklage daher - und das ist alles andere, was die gebeutelteten Europäer gerade vertragen können.

Und übrigens, liebes Israel - dass ihr unserer Lena nicht einen einzigen, mickrigen Punkt gebeben habt, fand ich echt schade. Entweder habt ihr damit nur gezeigt, dass ihr tatsächlich keine wirklichen Europäer seit oder den Mord an Euren Verwandten einer kleinen unschuldigen, zuckersüßen 19jährigen anlasten wollt. Beides ist doof!



Sorry Israel - aber völlig daneben!

Für alle, die ...

... den Auftritt von Lena in Oslo verpasst haben




Obwohl ich persönlich gerade diesen Auftritt gar nicht so gut fand (Lena hat schon bessere hingelegt), hat sie Europa wohl dennoch begeistert, mitgerissen und durch ihre natürliche Art (ganz ohne nebensächliches) überzeugt.

Ganz, ganz dolle freue ich mich auch für Stefan Raab. Dessen Art mir auch ganz lange suspekt, zu billig und immer nach dem Motto "Humor auf Kosten der schwächeren" war - aber seit ich seine Lieder kenne, halte ich von dem Mann ganz ganz viel!
Seine Musik ist, obschon er sich scheinbar nichtige Themen wie einen Maschendrahtzaun oder Wadde-hadde-Du-Denn-Da wählt, ausgereift, vollmundig und musikalisch eine Ohrenweide! Der Mann weiß, was Qualität ist und das Main-Stream der Tod für jeden Künstler ist. Er verwendet seine Bekanntheit anders als Bohlen, um wirkliche Talente zu unterstützen und individuell zu bertreuen. Da ist kein Verheizen, kein "eine schnelle Mark" machen, sondern ein kontinuierlicher Aufbau und menschlicher Aspekt.
Ich zolle Stefan Raab meinen Respekt!

Unser Herz aus Deutschland

Ich erlaube mir hier (ohne Namensnennung) die mail an eine sehr gute Freundin (die in Israel lebt) zu veröffentlichen. Erst als ich die Mail geschrieben und verschickt hatte, begriff ich, dass meine schriftlich geäußerten Gedanken in meinen Blog gehören.


"… und ehe ich fast nahtlos zum "ernsten" (kleiner Scherz) Teil meiner mail übergehe, darf ich Dir die frohe Kunde vom Sieg der Lena Meyer-Landrut beim European Songcontest in Oslo verkünden. Wahrscheinlich interessiert Dich das nicht so sehr, aber Deutschland ist völlig aus dem Häuschen - auch ich saß gestern abend (wie jedes Jahr!!!) vor der Glotze und habe mir ein Loch in den Bauch gefreut und zu später Stunde auch ein paar Tränen verdrückt. Unglaublich! (Es ist übrigens das Lied, welches ich Dir mal als link auf youtube geschickt hatte). In Deutschland ist die "Lena-mania" ausgebrochen und es gibt auch schon ein neues Verb in der deutschen Sprache: lenarisiert! Du siehst, ich habe was übrig für erfreulichen Patriotismus und für Menschen die aus dem Volk kommend, eine ganze Nation und nun auch Europa mit Natürlichkeit und Leidenschaft begeistern können.
So ein Sieg, auch wenn für das eigene persönliche Leben unerheblich, ist aber Balsam für die deutsche Volksseele; besonders nach dem "Rettungspaket" für Griechenland von 750 Milliarden - bei dem Deutschland (wieder mal) den größten Teil von knapp 150 Milliarden zahlt. Die Stimmung in Europa ist im Keller, im Grunde ist die Europäische Union bzw. der "Euro" gescheitert, Portugal, Spanien und Italien werden in Kürze als Pleitegeier folgen (wer soll das denn noch bezahlen). Ich (und da bin ich nicht alleine) mache mir erhebliche Sorgen um die Zukunft und kann die Politiker nicht verstehen (auch da bin ich in Deutschland nicht alleine), die Griechenland unbedingt in der Euro-Union halten wollen. Für mich ist die EU wie ein Zusammenschluss von kapitalistischen Unternehmen und wenn da einer Pleite geht, muss er aus dem Verbund entfernt werden, weil er sonst die anderen Unternehmen gefährdet!
Meine Kollegin und ich sind übrigens in den "Tzatziki-Streik" getreten: so nach dem (witzig gemeinten) Motto: kein Euro zu viel mehr nach Griechenland!


Nun - jetzt habe ich aber geschrieben und gedacht wie verrückt. Fahre heute später wie geplant, weil ich (Du tippst Dir bestimmt an den Kopf) um 17 Uhr live im TV die Ankunft von "uns Lena" in Hannover anschauen will.
Ich bin schon ganz aufgeregt, und nicht weil ich eine TV-Sternchen-Glotzerin bin, sondern weil ich glaube, dass diese ganzen super Intelektuellen, Wirtschaftsweisen, Politiker und andere, die solche Vorstellungen ablehnen, nicht begreifen, wie wichtig solche Ereignisse für ein Volk bzw. auch für die politische Entwicklung einer Nation sind.
Als Beispiel, als die deutsche Fußballnationalmannschaft 1990 in Rom Weltmeister wurde, war das für das "Zusammenwachsen" von Ost und West ungemein wichtig - und somit auch für Europa, die ja (zu recht) angst hatten, das ein wiedervereintes Deutschland großes Gefahrenpotenzial besitzt. Die damals noch getrennten Deutschen Staaten hatten hier ihr erstes "Gemeinschaftsgefühl"; oder auch 1982, als Nicole mit ihrem Lied "Ein bisschen Frieden" den Songcontest gewann, war das für die Identität der Deutschen und ihre erste wirkliche Stellungnahme in der Welt nach dem zweiten Weltkrieg wegweisend! Die Deutschen teilten Europa mit, dass sie Frieden wollen.
Auch die Fußball WM 2006 in Deutschland war soooo ungemein wichtig. Wie haben die Deutschen der Welt gezeigt, dass sie in eine Mannschaft verliebt sind, die "nur" dritter wurde: also nix mehr, mit "die Welt erobern" und wie hat es der deutschen Seele gut getan, nach mehr als 50 Jahren mit der Deutschen Flagge am Auto "stolz" durch die Gegend zu fahren. Sogar ich hatte eine Deutsche Fahne zum Fenster hinaus gehängt, was ich seitdem, wenn es dem Anlass entsprechend ist, immer wieder tun würde. Ich habe diese Erleichterung gespürt, einfach mal Deutsch sein zu dürfen, ohne dass man sich "weg-ducken" muss. Ich glaube, das war Lebensnotwendig für ein gesundes, stabiles Europa - denn Deutschland ist das zentrale Herz eben dieses Kontinents. Und jeder Krieg ist bisher deshalb "ausgebrochen" durch ein Land, welches seine Identität, seine Autonomie fremdbestimmt erlitten hat.

Und wenn jetzt so eine kleine, junge, natürliche Frau aus Hannover den European Songcontest gewinnt, können die ewig gestrigen und Nörgler einfach gesamt-politisch nicht ermessen, welchen Bärendienst diese Lena für uns Deutsche und für den Frieden in Europa geleistet hat. Ich halte mich hier an den Spruch: "Das politische ist privat, aber das private ist auch politisch!" Ein Volk besteht einfach nicht aus seinen Politikern und internationalen Beschlüssen; ein Volk lebt aus sich und aus sich heraus handelt es politisch!" Ich glaube, dass dieser Sieg den Frieden in Europa gesichert hat - jedenfalls für die nächsten zwei Jahre. Und in dieser Zeit kann noch viel passieren - im positiven.

So, jetzt hocke ich mich ganz aufgeregt vor die Glotze und freue mich wie verrückt, das ich in einem Volk lebe, das mittlerweile ihre wirklichen Helden richtig feiern kann. Bestimmt werden abertausende in Hannover am Flughafen stehen oder am Rathaus und "der Lena" einen triumphalen Empfang bereiten. Wenn Hannover nicht zu weit weg, ich nicht zu alt und zu "shay" wäre würde ich da auch hinfahren."


So, dass war ein Ausschnitt einer sehr persönlichen Mail und hier folgt der "Beweis", dass Deutschland einfach jung, erwachsen und mit eine eigene Identität geworden ist.
Ich weiß nicht, wie es Euch geht: aber ich bin stolz! Nicht das Lena Lena ist, sondern dass wir sie gewählt haben, damit sie uns repräsentieren kann!
Und genau deshalb stehe ich zu der Ausaage: "Lena ist Deutschland - und wir sind Lena!" (Die BILD lässt grüßen!) Immer noch besser, als "Wir sind Papst!", denn den will ich nicht sein!

Ein Ausschnitt:
interessanter Hinweis: während des Gespräches zwischen Lena und Mette-Marit (der norwegischen Kronprinzessin) hört man im Hintergrund deutsche Fans rufen:
"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" - das war der westdeutsche Slogan, für die jeweiligen Sieger der westdeutsche Ausscheidung der Bundes-Schul-Sport-Wettkämpfe (och, was ein langes Wort) die sich für die Finals in berlin qualifiziert hatten und hatte sich dann auf die Teilnahmer des Pokalentspieles der Fußballer konzentriert.



Der wichtigste Satz von Lena ging eventuell unter, denn zum Schluss des Gespräches mit der norwegischen Kronprinzessin sagt sie:
"I did that for Germany!"

Samstag, 22. Mai 2010

Wem gehört die Grabeskirche?

Wie trotzige kleine Kinder streiten sich die verschiedenen chrsitlichen Kirchen um den "Besitz" der Grabeskirche in Jerusalem - richtig schön nach dem Motto: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!
Damit sich die verschiedenen Konfessionen nicht an die Gurgel gehen, besitzt ein Moslem den Schlüssel zur Kirche ... Davon und mehr berichtet der Film "Im Hauss meines Vaters soind viele Zimmer", der seit März in deutschen Kinos gespielt wird. Hier der Trailer:

Freitag, 21. Mai 2010

Rabbbis unterm Regenbogen

Homosexualität ist keine Krankheit sondern eine Gabe Gottes - und deshalb gibt es schwule Männer im Vatikan, in der Moschee und natürlich auch unter den orthodoxen Juden. So wie am Abendbrottisch von "wir-sind-Papst"-Benedict dieses Thema ein Tabu ist (weshalb wissen wir ja!), ist ein schwuler Rabbi auch zwischen Jerusalem und New York, Antwerpen und Prag völlig undenkbar - wenn auch real.
Jetzt aber hat der israelische Filmemacher Chaim Tabakman einen in Cannes umjubelten Film genau darüber gemacht: "Du sollst nicht Lieben" (im Original: Eyes wide open) der heute in ausgewählten Kinos in der Republik anläuft.
Hier ein Interview mit dem Regisseur

Sonntag, 9. Mai 2010

Deutsch hört sich an,..

... wie eine Schreibmaschine, die die Treppe hinunterfällt! Das, und mehr wissenswertes über uns Deutsche lässt uns der irische Komiker Dylan Moran wissen. Schade, dass ihm noch keiner gesagt hat, dass irische Männer wie rosa Ferkel ausschauen - jedenfalls wenn sie betrunken am Strand von Arenal herumliegen, weil sie mal wieder bei keiner deutschen Frau landen konnten.
Humor ist - wenn man trotzdem lacht!
Köstlich:

Nicht wie Robert Redford

Aus der israelischen Comedy-Sendung "Lo lifnei HaYeladim" (Nicht vor den Kindern!) folgender Ausschnitt, in dem sich Mann und Frau im Cafe treffen und sich u.a. über ihre Reisen unterhalten.
Er war gerade in Thailand, sie in Europa. Dann plötzlich sagt sie, dass er sie an jemanden erinnere und wie selbstkritisch Männer so sind, sagt er:
"An Robert Redford!"
Aber nein, nicht an Robert Redford, an einen ganz anderen. Der Rest des Clips erklärt sich von selbst:

Na, zieh`s raus!

Politische Stellungnahme kann so herrlich kreativ und witzig sein!

Israel = Good Job!

Während des verheerenden Erdbebens auf Haiti weilte ich in Israel und angesichts der Berichterstattung durch die Medien hätte man meinen können, dass allein die israelichen Rettungskräft, die in das Katastrophengebiet entsannt worden waren, die gesamte Bevölkerung Haitis geretten hatten.
Zuweilen empfand ich, wie sich Isarel in den Medien selbst gelobt hatte, schon als peinlich - verbuchte dies aber unter dem Aspekt des "Minderwertigkeitskomplexes", unter dem dieses kleine umstrittene Land wohl offensichtlich (und verständlicherweiese) leidet.
Wie schön aber, dass die Israelis über sich selbst so wunderbar lachen können.
In der beliebten israelischen Comedy-Sendung "Eretz NeHederet" wurde nämlich genau diese Selbstbeweihräuscherung während des Einsatzes auf Haiti wunderbar thematisiert: (mit englishen Untertiteln)

Was ist Anti-Semitismus?

Dieser Frage hat sich der israelische Dokumentarfilmer Yoaf Shamir gestellt und seinen hochinteressanten Film "Defamation" (Verleumdung) bei youtube veröffentlicht. Hier der erste Teil:



Part 2
Part 3
Part 4
Part 5
Part 6
Part 7
Part 8
Part 9

Donnerstag, 6. Mai 2010

Bagger-Krieg oder Kriegs-Bagger?

Die Welt steckt voller Überraschungen - auch Deutschland! Kürzlich entdeckte ich auf einer Baustelle unten abgebildeten Bagger:

und wunderte mich doch sehr über das an der Seite angebrachte Eiserne Kreuz!
Im Jahr 1813 wurde dieser Orden erstmals verliehen, im 1. Weltkrieg erhielten die, die das gegenseitige Abschlachten in den Ardennen oder bei Verdun überlebt hatten diese Auszeichnung.
Adolf Hitler übernahm den Orden in leicht veränderter Form ebenfalls als Auszeichnung für Soldaten, die sich mit besonders mutigen verbrecherischen Aktionen in der Wehrmacht hervorgetan hatten.

Nach dem 2. Weltkrieg verschwand der Orden, wurde dann aber (ebenfalls wieder in leicht veränderter Form) als Symbol für die Bundeswehr ins deutsche Soldatenleben zurückgeholt und seit eingen Jahren gibt es sogar wieder einen Orden für besonderes dumme tapfere Soldatentaten.
Hier sagt ein Bild mehr als tausend Worte:


Dieses Plakat sollte man einmal den Familien der bisher in Afghanistan gefallen Soldaten schicken!

Mittwoch, 5. Mai 2010

Ein Witz ist ein Kiss-Mitglied

I was made for lovin` you, dachte sich der kleine Chaim Witz als er mit seiner Mutter von Israel nach Amerika ausgewandert war und nannte sich fortan Eugene Klein, dem Geburtsnamen seiner Mutter. Seinen hebräischen Vornamen Chaim (hebr.: Leben) veränderte er ebenfalls, da dieser im amerikanischen wie "Shame" ausgesprochen wurde.

Witz alias Klein alias Simmons, wie er sich seit der Gründung der Band Kiss nennt, wurde 1949 in Haifa, Isarel geboren und ist Sohn ungarisch-jüdischer Eltern, die als einzige in ihrer Verwandtschaft dem Holocaust durch die frühzeitige Flucht nach Palästina entkommen konnnten. Der gesamte Rest der Familie wurde von den Nazis ermordert - so ist es doch überraschend (oder Absicht?), dass die Gruppe Kiss die beiden letzten Buchstaben als ss-Runen geschrieben haben.

Seine exorbitant lange Zunge hat er sich übrigens durch das Entfernen seines Zungenblättchens verschafft.

Samstag, 1. Mai 2010

Sleeples in Gaza & Jerusalem

Vier Palästinenserinnen berichten aus ihrem Alltag in kurzen Episoden. Geplant sind insgesamt 90 Beiträge in 90 Tagen.
Hier der Trailer



Wer weitere Clips der interessanten und wirklich gut gemachten Beiträge anschauen möchte, kann dies hier tun.
Vorher aber noch den ersten Teil dieses 90-Tage Diaries, ein wunderbarer Stadtrundgang durch Jerusalem!

Islam goes Fashion

Schauen und staunen!