Heute, am ersten Weihnachtsfeiertag wird in Jerusalem gesungen und gebetet was das Zeug hält – besonders natürlich an Orten, die in irgendeiner Verbindung mit Jesus stehen, so zum Beispiel auch in dem Raum auf dem Zions Berg (außerhalb der Altstadt) in dem das letzte Abendmahl stattgefunden hatte.
Der Raum liegt ein Stockwerk über dem Grab von König David, das war der, der gegen Goliath gekämpft und die Steinschleuder erfunden hatte. Über allem wie immer eine oder auch zwei oder drei Kirchen, diesmal sogar aller drei monotheistischen Religionen:
Für die Juden ist David der erste, der das jüdische Volk geeint und Judäa und Samaria zum Land Israel vereint hat. Auf ihn geht auch der sog. Judenstern (hebr.: Magen David) zurück.
Für die Christen ist natürlich das letzte Abendmahl ganz wichtig und das Jesus eine Generationen später aus dem Geschlecht des Davids kam.
Und die Moslems verehren in unspektakulärem Maße Jesus als einen ihrer Propheten. Mit König David haben Moslems natürlich ncihts am Hut - die Niederlage im Steinschleuderwettbewerb sitzt noch tief!
Zu sehen ist so gut wie nichts, außer eben vielen toten Steinen und viel Gemäuer.
Im Hof des gesamten Komplexes lungern – ja, so muss ich es ausdrücken, junge Christen herum, die wohl auch die heilige Nacht dort verbracht hatten; zwischen singenden, betenden und auch weinenden Christen drängeln sich Touristen hindurch, die zu jeder noch so unpassenden Gelegenheit fotografieren müssen. Reiseführer erklären in allen Sprachen der Welt die Geschichte und Bedeutung - von Pietät und heiliger Stimmung kann keine Rede sein.
Gebaut wurde die Hauptkirche über dem Abendmahlraum von deutschen Kreuzrittern aus Regensburg im 11. Jahrhundert und die nebenstehende große Zionskirche (wie auch die Erlöserkirche neben der Grabeskirche) im Auftrag des deutschen Kaisers Wilhelm II.
Ob König David tatsächlich in diesem Grab beerdigt worden ist, darf auch wieder angezweifelt werden. Experten gehen davon aus, dass König David, wie alle anderen Könige von Judäa in der sog. Davidsstadt beerdigt wurde und die liegt ca. 700 Meter weiter östlich. Aber das interessiert die Gläubigen nicht!
Freitag, 25. Dezember 2009
Tote Steine an der falschen Stelle?
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