Wer in Israel leben will, muss Geld mitbringen: viel Geld!
Ich wundere mich immer wieder, wie die Israelis ihren Lebensunterhalt bestreiten können - sind doch die Einkommen hier lange nicht so hoch, wie bei uns in Deutschland. Ja, ich weiß - auch in Deutschland liegt so manches Gehalt unter der Zumutsbarkeitsgrenze - aber dafür gibt es in good old Germany wenigstens ALDI, Lidl und noch so manch andere Discount-Kette. Das gibt es hier nicht!
Die Stundenlöhne liegen hier zwischen 19 Shekel (z.b. Mitarbeiterin im Buchladen) und nach oben offen. Zum Vergleich: eine Schachtel Zigaretten kostet 21 Shekel (=3,80 €), ein Liter Milch 1,20 NIS, Hüttenkäse 6 NIS, Butter 9 NIS, 500 gr. Nudeln 9 NIS oder ein Liter Benzin ca. 6,5 NIS. (Übrigens: NIS bedeutet: Neue israelische Shekel, die alten gab es ja schon vor über 2000 Jahren).
Unglaublich in Israel sind auch die Buchpreise: für eine Neuerscheinung oder eine Übersetzung aus einer anderen Sprache muss man mindestens 80 NIS auf die Theke legen - von "Bildung für alle" kann hier keine Rede sein. So hält jede Leseratte in Isarel Ausschau nach speziellen Discount-Preisen, die jeder Buchladen so handhaben kann, wie er will. Buchpreisbindung: hier ein Fremdwort!
Ein mittelgroßer Kaffee-to-go im Cafe-Aroma: 15 NIS, ein Kaffee in einem Tel Aviver sehen-und-gesehen-werden Bistro: 18 NIS. Sogar die Zeitungen sind teuer, die Wochenendausgabe der HaAretz kostet 14,50 NIS (ca. 2,60 €).
Und dennoch: fast jeder Israeli fährt ein Auto, hat mindestens zwei Kinder, besitzt ein Haus (oder die Bank), denn eine Wohnung mieten ist in Israel eher die Seltenheit. Hinzu kommen die Kosten für die Kinder - hier muss alles, vom Kindergarten, dem Hort, der Sportgruppe und der Nanny extra bezahlt werden. Und das nicht wenig!
Nun, wie schaffen die Israelis das?
Durch Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit! Im Vergleich zu den Israelis schieben wir in Deutschland eine richtig ruhige Kugel. Eine 40 Stundenwoche wäre für jeden Isareli wie ein 6er im Lotto und wenn er dann noch die sozialen Absicherungen hätte, wie die, die es in Deutschland gibt, würde jeder Israeli sicherlich glauben, er lebe im Paradies.
Trotzdem, für Touristen ist das Reisen nach und in Israel durch den starken Euro (oder den schwachen Shekel) recht erschwinglich. Es gibt kostengünstige Hostels, die Pita mit Falafel auf der Strasse kostet auch nicht viel, und wer nicht gerade säuft wie ein Wikinger (Alkohol ist teuer) kann mit 35 Euro pro Tag (inkl. Übernachtung) über die Runden kommen. Low-Budget, versteht sich.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
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