Als ich vor 25 Jahren zum ersten Mal nach Israel kam und abends mal ein Bier trank, schauten mich (gefühlt) tausend Augenpaare angewiedert, entsetzt und ablehend an.
Wenn ich mir heute einen Saft oder ein Mineralwasser bestelle, schauen mich ebensoviel Augenpaare aus ganz anderen Gründen, als den damaligen an.
Gegenfrage (auch wenn es keine Eingangsfrage gab): ist Zugewinn von Zivilisation, Europäisierung und Globalisiering einhergehend mit Alkohol? Oder kann man das zuvor genannte nur mit genügend "Stoff" ertragen?
Wo noch vor kaum 10 Jahren regelrechte Wüstenei war, nämlich beim Alkohol - sind die Probleme gerade richtig heftig, Tagesgespräch und Sorge vieler Eltern halbwüchsiger Kinder.
Eine aktuelle Statistik besagt, das der Pro-Kopf-(Genuss) von Alkohol in Israel an zweiter Stelle hinter der Urkaine in Europa liegt. Hallo, wir sprechen von Europa - nicht von Hinter-Indien!
Also - nicht Deutschland oder Polen oder sonstwo in den Ländern, wo Bier zum Beispiel auch ein Ausdruck von "Kultur" ist und eh zu jeder Gelegenheit gesoffen wird. Israel!
So sieht sich die israelische Gesellschaft seit kurzen mit einem Problem beschäftigt, welches sie gar nicht kannte. Dem Alkohol und seit neuestem auch mit dem sog. "Flat-Saufen" von Jugendlichen.
Meiner Beobachtung nach, ist der Alkoholismus in Israel mit der Einwanderungswelle der russischen Juden aufgetaucht. Nie werde ich die Bilder Anfang/Mitte der 90er Jahre vergessen, da völlig sturzbetrunkene Russen auf dem Grünstreifen vor der Jerusalemer Altsadt lagen - umgeben von Pyramiden von Vodka-Flaschen. Israel wurde damals mit einem Problem konfrontiert, was es nicht kannte und bis heute nicht in den Griff bekommen hat.
Und wie jedes andere Land auch - z.B. auch Deutschland mit seinen "anderen Kulturen" hat auch Israel sich nie wirklich um die Integration von Menschen anderer Kulturen gekümmert. Juden, so dachte die israelische Regierung, sind Juden - egal woher sie kommen! Pustekuchen - auch Türken sind keine Türken, ganz egal woher sie kommen!
Jede Gesellschaft bekommt ihre Selbstverständlichkeit per Rechnung präsentiert. Früher oder später! Auch Israel - oder wer gedacht hat, dass Israel angesichts seiner Geschichte davon verschont bleiben würde - der war blauäugig.
Jede Ideologie hält nur solange an, solange die Ilussionslosen leben!
Freitag, 18. Dezember 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen