Friedhofsclub oder Akademie - diese Frage wird im Film The Cemetery Club ausführlich diskutiert.
Seit über 20 Jahren treffen sich auf dem Mount Herzel in Jerusalem jeden Samstagnachmittag Lea, ihre Schwägerin Minia, Hermann und noch einige andere Holocaustüberlebende aus Polen und Deutschland, um über die Fragen der Welt zu diskutieren.
Dieser leise und einfühlsame Film ist weder eine Holocaust-Dokumentation oder -Drama sondern en Fenster in das Leben einger weniger Menschen, die aus Europa kommend ihrem Leben einen neuen Sinn gegeben haben. Der Cemetery Club wurde 2007 von der israelischen Regisseurin Tali Shemesh fertiggestellt, und fand beim israelischen Publikum großen Anklang. Und das, obwohl die nachfolgenden Generationen in Israel normalerweise kein großes Interesse an den Geschichten rund um den Holocaust aufbringen. Der Film lief über ein Jahr in israelischen Programmkinos.
Die Akteure des Cemetery Clubs sprechen vornehmlich in hebräisch, zuweilen aber auch in polnisch oder englisch, aber außer einem Gedicht von Erich Kästner nicht in deutsch; denn Deutsch ist für die älteren Herrschaften immer noch die Sprache der Täter. Es wird über Tagespolitik diskutiert, rechthaberisch gestritten, Lyrik vorgetragen und über ausgesuchte Themen referiert.
Ein Film, den man gesehen haben sollte - auch wenn man sich weder für Israel noch den Holocaust interessiert.
Der gesamte Film ist mit deutschen Untertiteln unterlegt, die über haupt nicht störend wirken.
Hier ein kurzer Einblick:
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