Donnerstag, 24. Dezember 2009

Pferde unerwünscht

Das erste, was dem Betrachter an der Geburtskirche in Bethelhem ins Auge sticht, ist der winzig kleine Eingang, eigentlich gerademal ein steinummauerter Einstieg. Wenn man in die Kirche hinein möchte, muss mn den Kopf einziehen, sonst bleibt eine Beule als Andenken zurück.
Über dem Einstieg ist unschwer noch der ehemals gemauerte Torbogen zu erkennen... weshlab also nur diese kleine Öffnung? Ganz einfach: Als die Kreuzritter im Heiligen Land ihr Unwesen trieben, ritten sie, weil zu faul zum Laufen und meist sturzbetrunken, in voller Montur samt Pferd in die Kirche hinein und um dies zu unterbrinden, wurde der große Bogen kurzerhand zugemauert und zurück blieb der ummauerte Einstieg: siehe Bild



Die Kirche selbst ist eine der ältesten Kirchen der Welt, wahrscheinlkich sogar die Älteste. Die Mutter von Kaiser Konstantin dem Großen, Helena, hatte sich im 3. Jahrhundert nach Christus auf den Weg gemacht, um den Ort der Geburt und des Todes von Jesus zu finden... und sie wurde fündig.
In der Grotte in der Jesus geboren worden sein soll ist, wie auch an der Stelle seines Todes ein 14zackiger Stern angebracht, der die 14 Geschlechter im Stammbaum Jesu` wiederspiegel soll. Die Grotte ist winzig, von Weihrauch und Kerzen russgeschwärzt und die Christen bzw. Touristen drängen auf den engen Stufen nach unten. Vor dem Stern werfen sie sich zu Boden, küssen und berühren den Stern - wobei in diesem Jahr die Touristenführer jedem Besucher anraten, den Stern nicht zu küssen: Schweinegrippe läßt grüßen!



Insgesamt vier Kirchengemeinden teilen sich die Geburtskirche: die griechisch Orthodoxe, die Katholische, die koptische und die armenische Kirche und alle vier Kirchen zelebrieren Weihnachten auf ihre ganz persönliche Art.

Am Mittag des Heiligen Abends (24. Dezember) reist der Lateinische Patriarch von Jerusalem mit dem Auto nach Betlehem. An der Stadtgrenze (jetzt nach der Trennmauer) wird der Konvoi von berittenen Polizisten und Pfadfindergruppen mit Dudelsackmusik empfangen. Der Zug zieht hinauf zum Krippenplatz und der Patriarch kehrt im Casa Nova der Franziskaner ein. Er zelebriert die Christmette und das Hochamt am Christtag (25. Dezember) in der Katharinenkirche und kehrt dann nach Jerusalem zurück. Die Mette findet also nicht in der Geburtskirche selbst statt, der Patriarch darf dabei nur kurz über die Verbindungstür von den Hieronymus-Grotten zur Geburtsgrotte gehen.
Ähnliches geschieht am 6. und 7. Januar, an dem die orthodoxen Kirchen Weihnachten feiern (24. und 25. Dezember nach dem Julianischen Kalender) durch den Griechischen Patriarchen. Er feiert allerdings die Messe in der Geburtskirche.
Der Armenische Patriarch feiert – in kleinerem Rahmen – ebenfalls in der Geburtskirche, jedoch am 5./6. Januar des Julianischen Kalenders, also nochmals 12 Tage später.


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