Dienstag, 22. Dezember 2009

Eltern sind reinste Taxiunternehmen

Israelische Erziehungsmethoden muss man erst verstehen lernen.
Lassen hier Eltern ihre Kinder zum größten Teil tun und lassen was sie wollen, so packen genau diese Eltern einen Augenblick später ihre Kinder in Zuckerwatte ein, damit ihnen auch ja nichts geschieht.
Noch verstehe ich nicht, wo Eltern die Grenze von Übervorsicht und Vernachlässigung setzen: Einerseits hantieren hier schon Kleinkinder in der Küche mit "Messer, Gabel, Schere und Licht", liegen Babys unbeaufsichtigt auf dem Sofa und im Garten liegen, immer schön mit der Spitze nach oben vom Rechen über die Harke alles herum, was einem Auge gefährlich werden könnte und andereseits geht in Israel fast kein Kind zu Fuß zur Schule oder zum Nachmittagssport.
Morgens, mittags, nachmittags und abends ist sozusagen der gesamte Ort auf den Beinen bzw. den vier Räder um Kinder in die Schule, den Kindergarten, die Sportgruppe oder zu einem Freund zu bringen und dann auch alles wieder retourn.
Vor der Schule stauen sich die Autos mit bringenden oder wartenden Eltern und dies, obwohl so mancher Schulweg wirklich nicht mehr als 300 Meter sind und man wirklich keine Angst aufgrund eines zu großen Verkehrsaufkommen auf den Straßen haben müsste.
Mir scheint das hier so eine Art Kollektivdruck zu sein: Wer seine Kinder nicht mit dem Auto bringt und abholt ist ein Rabenvater oder -mutter. Die Kinder haben sich natürlich daran gewöhnt bzw. kennen es nicht anders und dürfen daher getrost als recht faul und bequem bezeichnet werden. Von Bewegung, außer in den zweimal 45 Minuten im Sportunterricht kann hier keine Rede sein. Man sieht kaum Kinder auf der Straße spielen, nur wenig fahren mit dem Fahrrad und Skateboard fahren sie zuhause im eigenen Hofeingang: man müsste ja, wenn man auf der Straße fährt, die 500 Meter auch wieder zurückfahren.
Ansonsten sitzen israelische Kinder vor dem Computer oder dem Fernseher, telefonieren schon mit dem eigenen Handy und essen den ganzen Tag. Tatsache, ich habe noch nie eine Nation soviel futtern sehen, wie die israelische - besonders die Kinder! Und immer schön Süßes hineingestofft!
Die Figuren zeigen es ganz deutlich!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen