Montag, 28. Dezember 2009

Einkaufswagen als Politbarometer

Andere Länder - gleiche Sitten!
Wie auch in Deutschland muss man in Israel in einen Einkaufswagen Geld stecken, damit man ihn benutzen kann. Mit 5 Shekel ist man dabei, doch anders wie in Deutschen Landen ist der Israeli entweder größzügiger oder fauler als der gemeine deutsche Kunde: die wenigsten bringen nämlich hier ihren Wagen zurück.
Das haben vor Jahren ganz schnell die arabischen bzw. die palästinensischen Jugendlichen als Arbeitsplatz erkannt: zu zweit oder zu dritt behrrschen sie von früh um 10 Uhr bis abends 22 Uhr die Parkplätze der großen Supermärkte. Unglaublich freundlich sammeln sie Stund` um Stund` die herrenlosen Einkaufwagen ein und schieben sie zurück zum Supermarkt. Immerhin: pro Wagen sind das 5 Shekel und nach meiner Hochrechnung pro "Einkaufswageneinsammler" am Tag bis zu 200 Shekel. Stundenlohn = 20 Shekel. Zum Vergleich: unser Wachmann vor der Schule verdient in der STunde 22 Shekel und muss davon noch Steuern abdrücken. Der Einkaufswageneinsammlerjob dagegegen ist schwarz und cash auf die Kralle!

Nur manachmal, an manchen Tagen ist kein Einkaufswagensammler weit und breit zu sehen. Weshalb nicht? Dann sind die Grenzübergänge von der West-Bank geschlossen und die Buben können ihren Beruf nicht ausüben. So werden Einkaufwagen zu wahren Politbarometern!

Ich habe mir übrigens abgewöhnt, meinen Einkaufswagen wieder zurückzuschieben. Für mich sind nämlich 5 Shekel nicht viel - für die palästinensischen Jugendlichen können sie das Überleben retten und vielleicht denken auch viele Israelis so, und sind gar nicht zu faul?

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