Ein wunderbarer sonniger Samstagmorgen. Seit 6 Uhr bin ich auf, die Stadt erwacht gerade und im Haus schläft noch alles. Um 4 Uhr hat der Muezzin vom Minarett herunter geschrieen, als könne er es nicht ertragen, dass heute viele Bewohner Jerusalems ausschlafen wollen.
Von irgendwoher klangen Kirchenglocken, vereinzelt auch die (aller)-letzten Weihnachtsgesänge. Die meisten Weihnachtsbesucher sind schon wieder abgereist und neue Besucher, diesmal "nur" ganz normale Touristen, sind schon gestern abend wieder angereist.
Über die engen Gassen der Altstadt donnern die kleinen Vehikel der Müllabfuhr, die ersten Händler öffnen ihre Läden: Obst und Gemüse wird auf Handkarren angeliefert.
Die Stadt bereitet sich nun auf den Ansturm zu Silvester vor - und geböllert haben sie gestern schon. Alles klang zunächst wie Pistolenschüsse, dann wurde klar: eine arabische Hochzeit wurde direkt vor dem Tor unseres Hospitzes gefeiert. Der Bräutigam wurde unter Salutschüssen auf den Schultern getragen, danach wurde im Reigen getanzt... doch wo war die Braut? Aufklärung gab uns ein Araber: Braut und Bräutigam feiern getrennt. Na super, das fängt ja schon gut an!
Mal sehen, was mein heutiger letzter Tag in Jerusalem noch so alles bringt. Huete abend fahre ich zurück nach Kochav Yair und in der Nacht, ja richtig gelesen, in der Nacht bin ich in Tel Aviv auf eine Party eingeladen. Die Party beginnt um 23 Uhr, d.h., wer vor 24 Uhr eintrifft ist ein schlechter Gast.
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