Sonntag, 6. Dezember 2009

So schnell kann doch keiner denken

Hebärisch lernen in Israel - Wie geht denn das?
Schon vor der Staatsgründung 1948 wurde das System der Ulpanim entwickelt, m.E. bis heute einzigartig auf der Welt. Ulpanim, das sind vom Staat geförderte und für jüdische Neueinwanderer kostenlose Hebräisch-Schulen, die über das ganze Land verstreut sind. Bis vor wenigen Jahren gab es in jeder größeren und kleineren Stadt eine oder sogar mehrer solcher Ulpanim.
Es gibt Ulpanim bei denen man vormittags oder abends lernen kann, es gibt Intensivkurse, die täglich stattfinden oder auch Kurse, die an einzelnen Tagen besucht werden können. Die Anzahl der Schüler in den Klassen wird so gering wie möglich gehalten und an vielen Ulpanim wird darauf geachtet, dass nicht zwei Schüler die gleiche Muttersprache sprechen.
Gelernt wird gänzlich ohne Wörterbuch, der gesamte Unterricht wird von Anfang an nur in hebräisch abgehalten. Jedes Wort muss sich selbst erklären und nur im Notfall wird eine englische Übersetzung angeboten.
Die Kurse beginnen bei Citah Alef (1. Klasse) und gehen (nach meiner Kenntnis) bis Citah Waf (4. Klasse) - jeder Kurs dauert zwischen 5 und 9 Monaten. Nach der 1. Klasse kann man gerademal einen Smal-talk auf der Strasse halten und einfachere Artikel in einer Zeitung lesen. Die Sprachgeschwindigkeit im Alltag unterscheidet sich doch gehörig von der, mit der in der Schule gesprochen wird. Zuweilen versteht man auf der Strasse nur Bahnhof.
So schnell wie die Isarelis reden, kann ich gar nicht denken und bis ich mir so manches im Kopf übersetzt habe und etwas sagen könnte, ist er schon beim übernächsten Thema. Mensch, ich will doch auch mal was sagen!
Ich selbst besuche Citah Gimmel (3. Klasse) und habe das Gefühl, das schon unsere wunderbare Lehrerin Rinah mit der Geschwindigkeit eines Maschinengewehres redet, aber das ist nix gegen die Schnelligkeit eines Isarelis auf der Strasse.

Leider verringert der Staat die Subventionen für die Ulpan mehr und mehr. Es kommen weniger Neueinwanderer ins Land, auch die Touristen, von denen ebenfalls viele Hebräisch lernen, bleiben, angesichts der politisachen Situation aus. So wurden einige Ulpanschulen schon privatisiert, d.h., dass die Angebote verringert und die Preise steigen.

Unten ein kurzer Beitrag aus den israelischen TV-Nachrichten über diese Problematik, der auch einen Einblick gibt, wie denn in einer Ulpan gelernt wird.

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