Einfallsreich muss man sein und dass waren die Einwohner der arabischen Stadt Tayyibe. Und das nur, weil sie eine Moschee mit zwei ungewöhnlich hohen Minaretten (nein, nicht in der Schweiz) gebaut hatten.
Doch zum Beginn dieser Geschichte:
Anfang der 80er Jahre ließ Ariel Sharon, damals u.a. Bauminister insgesamt 7 neue Orte direkt an der sogenannten "Grünen Grenze" zum West-Jordanland bauen. Darunter auch der Ort, in dem ich zur Zeit lebe: "Kochav Yair". Grund für das Anlegen dieser Ortschaften war, einerseits die Ausdehnung der arabischen Siedlungen von der West-Bank ins Kernland von Israel zu verhindern und andererseits aber auch, die Grüne-Grenze etwas mehr auf die West-Bank zu verschieben. Denn die Ortschaften wurden nicht exakt auf israelischem Territorium sondern auch ein ganz klein wenig auf palästinensischem Gebiet gebaut.
Neben Kochav Yair entwickelte sich dann noch das Örtchen Zur Ygal - beide Orte vergrößern sich mehr und mehr und der Grenzübergang zur West-Bank liegt kaum einen Kilometer entfernt. Zuweilen hört man, wenn man gemütlich auf der Terrasse sitzt, Maschinengewehrfeuer und hofft, das es Freudenschüsse sind, die die Araber zu festlichen Anlässen abfeuern.
Jedenfalls vergrößert sich Kochav Yair von Jahr zu Jahr: gerade bauen sie an einem Büro- und Geschäftshaus, ein Mc-Doof ist auch schon da, Tankstelle, Cafe-Aroma, Supermarkt und und und.
Aber auch die Palästinenser bauen auf der anderen Seite der Grenze sowie auf dem israelischen Kernland. Knapp 5 km von Kochav Yair entfernt liegt die arabische Stadt Tayyibe: ca. 40 Tausend Einwohner. Auch dort wird gebaut wie verrückt. Damit sich die Stadt Tayyibe aber nicht weiter ausbreiten kann, hat die israelische Regierung vor zwei Jahren beschlossen, dem Ort Kochav Yair einen Stadtteil vorzulagern. Dieser Stadtteil liegt nun 4 km von Kochav Yair entfernt und soll das Ausbreiten von Tayyibe verhindern.
Da wurde es den Arabern zu bunt (bzw. zu blöd) und sie bauten kurzerhand eine riesige Moschee mit zwei Minaretten, die fast in den Himmel reichen. Jeden Morgen, Punkt 4 Uhr schreit dort der Muezzin nun den schlafenden Einwohnern von Zur Ytzchak (der neue Ortsteil) die Worte Mohammeds direkt in die Schlafzimmer. Zuweilen ist dies bis nach Kochav Yair zu hören und auch ich liege morgens um 4 Uhr wach im Bett. Die armen Bewohner von Zur Ytzchak sind übermüdet und völlig aufgebracht. Natürlich hat sich dieser Schelmenstreich der Araber herumgesprochen und nun möchte niemand mehr nach Zur Ytzchak ziehen. Die meisten Häuser stehen leer, angefangene Bauten werden nicht beendet.
In diesem Falle würde ich sagen: 1:0 für die Araber.
Das ist ein Teil von Zur Ytzchak, links davon liegt die arabische Stadt Tayyibe, und dort steht die Moschee mit den ungewöhlich hohen Minaretten ...
Beides - Moschee und Häuser von Zur Ytzchak liegen kaum 50 Meter auseinander. Der Ruf des Muezzin hat ja etwas beruhigends... aber morgens um 4 Uhr? Also, ich weiß nicht.
Dienstag, 8. Dezember 2009
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