Mittwoch, 10. November 2010

Wie teuer ist das denn!

Wohnen in Israel muss man sich leisten können und beim Anblick so mancher Mietpreise, schüttelt ein Mitteleuropäer zunächst ungläubig seinen Kopf.
Teuerste Stadt ist und bleibt Tel Aviv, knapp gefolgt von Jerusalem. Einfache und sehr kleine 2-Zimmer-Wohnungen in beiden Städten kommen leicht auf knapp 700 $ und mehr. Kalt, versteht sich.
Die Ausstattung erreicht oft nicht unser Niveau: die Zimmer sind zu klein, Fenster undicht, Bad und Küche zuweilen verkeimt. Zur Miete kommen dann noch Strom, Gas und Grundsteuer hinzu. Super teuer sind die Wasserpreise - besonders nach einem Regenarmen Winter. Auch die Versicherungen, die in Deutschland der Haus- oder Wohnungsbesitzer zu bezahlen hat, werden dem Mieter angelastet. Dann folgt das Kabelfernsehen, Telefon und Internet. Ach ja, und zu guter letzt möchte auch die Stadtverwaltung noch einige Shekel (NIS) erhalten. Alles in allem zahlen Israelis gut ein Drittel mehr für die Miete als wir Deutschen.
Kein Wunder also, dass die meisten Israelis vom eigenen Häuschen träumen und dies auch in die Tat umsetzen - ein wahres Wunder angesichts der Immobilienpreise und dem durchschnittlichen Verdienst eines Israelis.

Aktuell möchte meine geliebte Mischpoke ein Haus kaufen: die Familie besteht aus 6 Kindern, Mama (Neta) und Papa (Yoram) und Netas 86jährigen Vater (Jehuda). Ach ja, und mir - ich soll auch ein Zimmer (für alle Fälle) erhalten.
Schon Ende vergangenen Jahres hatten wir ein Haus nach dem anderen begutachtet: große, neue, kleinere, renovierte oder vergammelte - dafür mit riesigem Garten und Swimming-Pool. Es gab kein Haus, welches wir in Kochav Yair (25 km nord-östlich von Tel Aviv) nicht angeschaut hatten. Doch immer gab es einen Grund, weshalb es nicht klappte: mal war die Küche zu klein, immerhin müssen mindestens 10 Personen am Tisch platz haben; mal gab es nur ein Badezimmer oder keine Gästetoilette, meist war es aber der Preis: kein Haus war unter 2 Millionen Dollar zu erwerben. Puh, soviel Geld!
Das Unternehmen musste also verschoben werden - nun aber soll es losgehen. Geplant ist, das Haus zu kaufen, in dem die Familie seit 3 Jahren lebt: ein großes Haus, dass viel zu klein ist für die 9köpfige Familie. Es muss also um- und angebaut werden und gute Ideen sind erwünscht. Ach ja, und Geld natürlich: eine dreiviertel Millionen Dollar.
Ich spiele wie verrückt Lotto und überlege mir schon, wie ich das viele Geld unbemerkt nach Israel bringen kann ;-) Ob ich auch mit der Sammelbüchse durch Köln laufe, weiß ich noch nicht. Aber ein Spendenkonto wäre doch nicht schlecht. Wer ein paar Euro zu viel hat, darf mir gerne hier schreiben.

Ansonsten gibt es hier noch einen Artikel zum Thema Immobilienpreise

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