Deutschland braucht keinen Valentinstag - eher einen "wir-üben-lächeln-Tag".
Deutschalnd, Frankfurt, Passkontrolle: der Beamte lächelt nicht, schaut mich nicht mal an. (Okay, für seinen Berufsstand eventuell nachvollziehbar!)
Deutschland, Frankfurt, Toilette: weder die Reinigungskraft noch die sich schminkenden Damen vor den Spiegeln lächeln, niemand grüßt, alle schauen nur so verstohlen "um`s Eck!"
Frankfurt, Gepäckausgabe: alle warten, niemand spricht mit einem Menschen rechts oder links von ihm. Komisch.
Frankfurt, Bahnsteig Fernbahnhof: ein Mann lächelt, spricht mich an, fragt, ob er mir mit meinem schweren Gepäck helfen kann. Er ist Israeli und lebt in Düsseldorf. Sein Name "Eli"
Frankfurt, Einstieg ICE: ich stehe mit meinem Gepäck fast an der Tür; da kommen Männer in dunklen Mänteln, Black-Berrys in der Hande und Aktenkoffern gerannt, die wollen mir aber gar nicht helfen, sondern sich vordrängeln. Keiner fragt, keiner hilft - Gott-sei-Dank ist Eli da!
ICE, Bordrestaurant: Eli hat mich auf einen Tee eingeladen, an unserem Tisch ein Deutscher, der nicht mal aufschaut, als wir uns setzen. Er: dicklich, fettige Haare, biertrinkend, unfreundlich.
ICE, Bordrestaurant: der Kellner kommt, "Was kann ich ihnen bringen?" - kein Lächeln, nur die mißmutige Aufforderung, dass ich meinen Rucksack nciht da stehen lassen kann, wo er steht. Punkt. Dannn bringt er den Tee.
ICE, Kölner Hauptbahnhof: Ich stehe mit meinem gesamten Gepäck an der Tür, dass ich Fieber habe und nicht ganz gesund bin, kann ein blinder mit dem Krückstock sehen - nur die Deutschen mit ihren Black-Berrys und Handys und Aktenkoffern und der Eile im Blut nicht. Man wartete nicht, man hilft nicht, man übergeht mich einfach. Wie gut das Eli, der Israeli da ist. (Übrigens, Eli ist ein "alter Mann").
Shalom und Yom tov, Eli!
Kölner Hauptbahnhof, Gleis 5: Stehe mit 5 Gepächstücken an der Treppe, Aufzug kaputt. Männer überrennen mich fast, ein Mitarbeiter der Bahn sieht, dass ich es keinesfalls alleine schaffe, die Treppe hinunter zu kommen, er lächelt nicht sondern schaut einfach weg.
Kölner Hauptbahnhof, Taxistand: der ist nach 3 Monaten Abwesenheit mal wieder ganz woanders als zuvor, aber das ist in Köln normal. Flexibel muss man sein. Ich gebe einem Taxifahrer Zeichen, er nickt mit dem Kopf - was soviel heißt, wie: Ja, ich bin frei und kann sie fahren. ABER - er steigt erst aus seinem Taxi aus, nachdem ich das Gepäck bis zu seinem Kofferraum geschleppt habe. Kein Lächeln, gerade mal ein "Guten Abend"
Im Taxi dann, frage ich ihn freundlich, ob er mir denn behilflich sein könnte, dieses verdammt schwere Gepäck in meine Wohnung (1.OG) zu tragen. Ich erhalte ein kurzes knappes: "Nö, ich habs an der Bandscheibe!"
Köln, Dahoim: Das Taxi hält gegenüber meiner Wohnung. Der Taxifahrer nennt den Preis, ich gebe nicht einen Cent Trinkgeld, der Fahrer stellt mein Gepäck auf die Straße und fährt weiter.
Ja - ich bin zurück in Deutschland!
Donnerstag, 4. Februar 2010
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