Donnerstag, 11. Februar 2010

Israelische und Kölner Jecken

Die Jecken sind los!
In Köln bedeutet das: die Narren sind unterwegs, die 5. Jahreszeit ist nicht an- sondern längst ausgebrochen und heute, an Weiber“fasching“ geht es jedem Krawattenträger, der nicht bei drei auf einem Baum hockt, buchstäblich an den Kragen: schnipp-schnapp ist die Krawatte ab.

Jeder Jeck ist anders, heißt es im Rheinland – nur nicht in Israel. Denn in Israel ist ein Jecke ein Deutscher und alle Juden deutscher Herkunft sind gleich: pünktlich, penibel, strebsam, ordentlich, korrekt und dabei auch immer ein wenig anders als die anderen – jedenfalls im Heiligen Land.

Es heißt, dass die israelische Bezeichnung „Jecke“ für einen deutschen Juden daher kommt, dass die deutschen Juden vor 50 oder 60 Jahren auch in der größten Hitze einen Anzug, eine Krawatte … eine Jacke (Jecke) trugen.

Die rheinländische Bezeichnung Jecke bedeutet dagegen eigentlich „Geck“. Das deutsche Wort Geck bezeichnet einen Narren oder Toren mit unstetem, flatterhaftem Verhalten und soll auf den Namen einer Kälberkrankheit, bei der die Tiere ein verdrehtes und gestörtes Gehirn aufweisen, zurückzuführen sein. Und da der Kölner Volksmund gemeinhin das G wie ein J ausspricht, wurde aus Geck ein Jeck!

Beispiel der Kölner Mundart:
"Ne jut jebratne Jans is ne jute Jabe Jottes"
(Eine gut gebratene Gans ist eine gute Gabe Gottes)

Was würde eigentlich passieren, wenn man einen israelischen und einen Kölner Jecken zusammen bringt?
Etwa einen Narren, der im Nadelstreifenanzug mit verdrehten Augen vor dem Kölner Dom die Kamelle nach Farben sortiert?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen