Die Mauer steht heute nicht mehr in Berlin - und manchmal ist es ja auch völlig egal, ob solch eine Mauer tatsächlich aus Stein (oder Beton) gebaut, Menschen von einander trennen (oder sie voreinander schützen) soll. Die dicksten und höchsten Mauern sind (leider) immer noch in den Köpfen der Menschen. In Berlin ebenso wie in Bethlehem; in Deutschland ebenso wie in Israel.
Die israelische Mauer, auch israelischer Schutzwall genannt - wurde ab 2003 auf einer ungefähren Länge von 750 km begonnen und ist bis heute nicht fertig. Noch fehlen ca. 25 % .
Wie auch auch einst in Berlin (East-Side Gallery) nutzen palästinensische Graffiti-Künstler die bis zu acht Meter hohe (Schutz)-Mauer um ihre politischen, persönlichen, philosophischen, religiösen und humanistischen Ideen, Fragen und Nachrichten in die Welt zu tragen. So gibt es nahe Bethlehem, direkt am Check-Point die "Wall Gallery", auf der Gemälde, Sprüche und politische Aufrufe aller Art zu sehen sind. Aber nicht nur dort - die gesamte Mauer ist zu einer riesigen Freiluft-Gallery geworden: "Even dogs can run free, why not me?" über "Fuck Israel" bis hin zu "Once there was teacher in Bethlehm; he teached Humanity!"
Überhaupt scheinen die Palästinenser ihre Situation mit der des geteilten Berlins zu vergleichen. Vielleicht auch deshalb, weil der Fall der Berliner Mauer ihnen Hoffnung gibt: das Ende ist absehbar. Ob es dagegen nahe ist, darf bezweifelt werden.
Entlang der Mauer ist immer wieder der Name Berlin zu erkennen, Ernst Reuters berühmter Satz: "Völker der Erde schaut auf diese Stadt!" ist umgewandelt in "... schaut auf dieses Volk!" und last but not least ist auch John F. Kennedy bis nach Bethlehem gekommen.
Wer den Schriftzug nicht erkennen kann: "Ich bin ein Berliner!"
Dienstag, 28. Dezember 2010
Kennedy kam fast bis Bethlehem
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