Samstag, 25. Dezember 2010

Sonnige Wangen & müde Muskeln

Ein einziger Tag treppauf und treppab durch Jerusalem gleicht einem einwöchigem Trainingslager unter Felix Magath (dem Schleifer)!
Seit heute morgen ca. 6 h auf den Beinen, ab 9:30 h tatsächlich auf den Fußballen unterwegs: zunächst von der arabischen Altstadt hinauf ans Jaffa-Tor, was zusammen gezählt bestimmt um die 500 Stufen sind. Dort in das Museum zur Geschichte Jerusalems in der David-Zitadelle; wieder ca. 100 Stufen - das ganze dann wieder return und an der Außenmauer hinauf auf den Rundgang, den man zwischen den Zinnen der Altstadtmauer gehen kann. Bis hinunter zum Zions-Tor - nochmals rund 100 Treppen auf und ab.
Von dort hinüber auf den Berg-Zion, in die Kapelle des letzten Abendmahles und zum Grab von König David. (Hier gab`s mal keine Stufen!) Dafür aber wie jedes Jahr Touristen und Christen aus allen Herren (oder Damen) Länder. Waren es im vergangenen Jahr vorwiegend Menschen aus Gambia, Nigeria und Somalia - so ist heuer halb Latein-Amerika auf Jesus Spuren unterwegs.

Gegen 14:30 h wieder in unserem Hospiz angekommen - bis wir erschöpft, mit 100 Kilo Sonne im Körper auf unseren Betten lagen, gab es auf dem Weg zurück nochmals an die 300 Stufen ... und jetzt (18:30 h) ; ja, und jetzt habe ich rote Wangen, erhöhte Sonnen-Temperatur und schmerzende Oberschenkel. Dafür gibt es nun draußen auf der Terrasse, die schon von tiefer Nachtschwärze umgeben ist, das erste israelische Bier: Goldstar.

Sobald die Sonne verschwunden ist, was noch recht früh am Tag (17:30 h) passiert, wird es sofort empfindlich kühl und die Mischung aus aufgeheiztem Körper und äußerlicher Frische hinterlassen das Gefühl von: Ich bekomme eine Erkältung. Aber dem ist nicht so - aber als Couch-Potato, zu der ich mich entwickelt habe, ist so viel Bewegung und dazu frische Luft sehr ungewohnt.

Wie überall auf der Welt haben sich auch wieder einige Dinge in Jerusalem verändert: der Platz vor dem Zentralen Busbahnhof ist neu gestaltet - die Haltestellen für die im kommenden Jahr endlich fahrende Straßenbahn sind schon zu erkennen und die Preise sind stark angestiegen: jedenfalls in der arabischen Altstadt. Für zwei kleine Pizzen, für die ich im vergangenen Jahr noch 50 NIS bezahlt hatte, muss man heute schlappe 80 Shekel hinblättern. Das bedeutet eine Preissteigerung von 60 % - dazu noch der äußerst schwache Euro. Da gibt der Geldbeutel Schmerzensschreie von sich!

Für Morgen haben wir uns die Neu-Stadt - also West-Jerusalem vorgenommen. Zu sehen gibt es genug: Knesset, Israel Museum (in dem einige Fragmente der Qumran-Rollen ausgestellt sind) und natürlich Yad Vashem.
Davon, und was wir tatsächlich ins Programm genommen haben, morgen Abend.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen