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| Petra u. ich bei Zigarette, Kaffee und viel Sonne im Garten des Österreichischen Hospiz |
Am Donnerstagmorgen gegen 11 Uhr in Tel Aviv gelandet, holte uns Neta am Flughafen ab und augenblicklich waren der Stress der vergangenen Monate vergessen - fast so, als hätte er niemals stattgefunden. Raus aus dem Flughafen und die erste (lechz) Zigarette mit dem Gesicht in der Sonne. Welche Wohltat nach den Wochen in Schnee, Kälte und sibirischen Verhältnissen.
Die politische Situation im Land scheint relativ relaxt zu sein: kaum Sicherheits-Checks, wenig Militär oder andere bewaffnete Zweibeiner unterwegs. Schon in Köln war die Dame am Chick-in Schalter weihnachtlich eingestellt, ließ sie uns doch tatsächlich mit rund 5 Kilo Übergepäck ohne teure Nachzahlung durch. Von meinen 22 Kilo hatte ich auch mindestens 15 Kilo Ritter-Sport Weihnachtsedition-Schokolade dabei. Na ja gut, etwas übertrieben, es waren nur 14 Kilo.
Die erste Nacht verbrachten wir in Kochav Yair; wieder in dem tollen Apartement, in dem ich schon im vergangenen Jahr vier Wochen verbracht hatte. Gestern dann das nötigste eingepackt, kurzes Frühstück und dann nach Kfar Saba - dort den Bus nach Jerusalem genommen. Eigenartig wie diese Stadt mich jedes mal sofort in ihren Bann zieht - und das immer noch: nach 23 Jahren regelmäßigen Besuchen.
Am Nachmittag zunächst ein wenig örtliche Orientierung für Petra: entlang der Via Dolorosa zur Klagemauer - dort wurde gerade der Shabbat eingeläutet. Die Sonne warf durch die Bäume hindurch ihre Schatten auf die steile Mauer; Tauben nisteten während am Fuße Menschen ihre Klagen oder auch frohe Botschaften auf dem direkten Weg zum Himmel schickten. Überall in den Ritzen die kleinen Zettel (Knittelchen oder auch hebr. Kwitlach), die die betenden mit Wünschen und Hoffnungen hinterlassen. So manch Gläubiger bekommt aber auch buchstäblich den Hals nicht voll und schreibt ganze Romane.
Zurück zum Hospiz durch das jüdische Viertel und in meinem arabischen Lieblingscafe an der Via Dolorosa zum Abschluss Pizza und Pfefferminztee. Um 21 Uhr totmüde im Bett und heute morgen gegen 6 Uhr die erste Zigarette bei Sonnenaufgang auf dem Dach - mit Blick auf Felsendom und Ölberg. Alles in warmes Licht getaucht. Glockengeläut verschiedener Kirchen im Gemisch mit den Rufen des Muezzin. Da fragt man sich, wer denn auf der Welt behauptet, die verschiedenen Religionen könnten nicht miteinander leben?



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