der kann wirklich was erleben.
Zunächst sei gesagt, mit Israelis zu reisen, bedeutet in erster Linie: man nimmt wahrscheinlich zu. Ich bin es ja schon aus Israel gewohnt, dass Israelis von einem Humus-Laden in den nächsten rennen und sich darin überbieten, wer denn nun in welchem kleinen Kaff das beste Restaurant kennt; aber hier in Berlin wird das alles noch übertroffen.
Es muss an einer Ecke nur nach etwas Essbarem riechen, schon fällt Ruth oder Mati ein, man müsse doch nun dringlich eine Pause einlegen. Kaum hatten wir unser Hotel gestern morgen verlassen, wurde per Handy aus Israel die Information eingeholt, wo es denn in der Nähe das Beste Lokal zum Frühstücken gibt. Wie gesagt: aus Israel - nicht das beide auf die Idee kämen mich, als ihre Deutsche Reisebegleitung zu fragen - ach nein, da vertraut man doch eher dem israelischen Geschmack.
Und tatsächlich, Ruths Tochter navigierte uns per sms ans Paul-Linke-Ufer in das Bistro "Übersee", in dem sich Ruth vor Begeisterung über ihr Yoghurt-mit-Früchten Frühstück nicht mehr einkriegte und Mati bekam große Augen bei einem regelrechten Berg Bauernfrühstück mit Speck. Besonders der Speck war es - denn Speck gibt es in Israel nicht, ist ja vom Schwein!
Nach dem Frühstück rein in die U-Bahn und an der Eisenacher Str. wieder raus - denn dort hatte Ruths Vater bis 1939 seine Firma. Leider waren genau die Häuser zerbombt worden, an denen die Franz D. Steiner & Co. ihre Büro- und Produktionsräume hatte. Schade! Doch durch die erhaltenden Häuser in der Nachbarschaft und die wunderschöne Schule gegenüber (erbaut 1902) konnten wir uns ein Bild machen.
Dazu sollte ich aber sagen, dass mit Ruth zu Fuß vorwärts zu kommen, einerseits eine kleine Geduldsprobe ist, andererseits aber auch den Winkel der Betrachtung erweitert - denn buchstäblich auf Schritt und Tritt sieht Ruth irgendetwas, worüber sie in wahre Verzückung gerät. Meist sind es winzig kleine Geschäfte die irgendein "Schmonzens"(jidd.= unnötiges Zeug, Kitsch) anbieten. Dann heißt es mit hebräischem Indianergebrüll rein in den Laden, alles anfassen, dem Betreiber direkt sagen, wie toll "das ganze Schmonzens ist" - nach dem Preis fragen, auf hebräisch mit Mati diskutieren ob man das jetzt kaufen sollte oder nicht (man muss ja Geschenke nach Israel mitbringen) - nach weiteren Minuten tief durchatmen, "Chaval, chaval" (hebr.: = Schade) sagen und wieder raus aus dem Laden. Bis zum nächsten!
Sonntag, 13. März 2011
Wer mit Israelis eine Reise tut, ...
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