Freitag, 4. März 2011

Wir verwechseln da was entscheidendes!

Nicht übertrieben kann man sagen: die Welt schaut gebannt auf die politischen Ereignisse in Nord-Afrika. Ich auch!
Nur scheint es mir, dass die westlichen Medien und auch deren Bevölkerung nicht richtig hinschauen - oder ich den apokalyptischen Blick habe?
ich sage es gleich: die "Freiheitsbewegung" - begonnen in Algier über Tunesien bis hin zum ersten finalen Show-down in Ägypten kann letztendlich in einem 3. Weltkrieg enden. Huch, werden jetzt manche aufschreien. Ich sage auch das gleich: ich hoffe, das meine Bedenken Lügen gestraft werden!

Wir sollten uns klar machen - entgegen den Berichten blinder und bl**der westlicher Journalisten - das weder die (und besonders nicht die) Ägypter, noch die Libyer um oder für Demokratie auf die Straße gehen - und dabei ihr Leben riskieren. Das ist solch ein fataler Irrglaube, von dem ich nicht weiß, ob er absichtlich durch unsere Medien kolportiert wird oder einfach nur Resultat des immer oberflächig werdenden Journalismus geschuldet ist. Denn - bei manchen Journalisten frage ich mich mittlerweile wirklich, ob sie überhaupt einen Hauptschulabschluss haben.
Das Bestreben nach Freiheit mit dem Wunsch nach Demokratie gleichzusetzen, ist eine rein westliche Annahme. Da quatschen westliche Journalisten ihre historische Unwissenheit, ihre Empathielosigkeit genau den Menschen gegenüber, über die sie zu berichten haben (Moslems) und ihre senderabhängigen Dummheiten in jede laufende Kamera. Und das Volk hört zu und nickt und freut sich über die Revolutionsbewegungen im Nahen Osten bzw. Nord-Afrika. (Scheiße nur, das der Benzinpreis so hoch steigt!)

Heute vor zwei Wochen kreuzten ur-plötzlich zwei iranische Kriegsschiffe durch den Suez-Kanal. In den deutschen Medien tauchte diese wichtige Nachricht erst am darauffolgenden Dienstag (im "Heute-Journal") auf. Was haben iranische Kriegsschiffe im Suez-Kanal zu suchen? Unter Mubarak wäre dies undenkbar gewesen? (Nicht das hier einer glaubt, ich wolle einen Despoten verteidigen - ich will nur die ersten Veränderungen formulieren). Die Behauptung der Iraner war: sie wollten nach Syrien schippern - nur bis dahin sind sie gar nicht gefahren.
Klar betrachtet bedeutet dies, dass der Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel nur noch altes Papier ist. Noch sind die Ägypter mit sich selbst, der Revolution und den einhergehenden Veränderungen im eigenen Lande beschäftigt - aber was kommt danach?
Eine Demokratie? Na, wer`s glaubt, wird seelig. Für eine Demokratie gibt es weder in Ägypten noch in Libyen funktionierende Strukturen. Es gibt weder Parteien, noch in sich organisierte und handlungsfähige Gruppierungen, die sich für eine demokratische Wahl aufstellen lassen könnten. Wenn überhaupt organisiert - sind, z.B. in Ägypten die Moslem-Bruderschaft oder andere religiöse Gruppierungen.
Und sogar, wenn es weitere Gruppen gäbe, die eine Art von Struktur, Organisation und Bekanntheit aufweisen könnten - auch solchen geht es doch nicht um Demokratie! Es geht um die Macht und nicht um Freiheit oder geschweige denn Demokratie. Wie verblödet müssen wir denn sein, um zu glauben, dass die erste revolutionsartige Bewegung im Islam; seit seinem Bestehen - direkt in die Demokratie führen kann. Was wäre das denn, nach 1400 Jahren, für ein Quanten-Sprung?

Mubarak - so ein Arsch**ch er auch wirklich war - war er federführend für die Stabilität im Nahen Osten.  Was kommt nach ihm? Iranische Bedrohung Israels durch Kriegsschiffe ist erst der Anfang. Als nächstes wird die Grenze zwischen Ägypten und Gaza durchlässig. D.h. - dass die Hamas keine Tunnel mehr bauen muss, um Waffen und anderes Material nach Gaza zu bringen. Die Bedrohung und Beschießung Israels wird zunehmen. Da kann der Ein oder Andere gerne sagen: zu Recht. Ja, auch ich bin gegen Besatzung, aber lasst uns doch das Schauspiel bis zu Ende denken.
Die Hamas bekommt also ihre Waffen und Raketen, der Iran darf ganz ungeniert mit Kriegsschiffen in den Golf von Aqaba (bis vor die Tore Eilat) schippern und in Ägypten, Libyen und (bald auch) Saudi-Arabien kommen die islamischen Extremisten an die Macht. Syrien wird sich freuen, der jordanische König wird seine friedvolle Position nicht halten können und die Hisbollah im Süden Libanons wird nicht mehr nur vom Iran finanziell unterstützt.
Ja, wird der ein oder andere denken: Was geht mich das an? Das ich über solche Denke ungemein ungehalten bin, erübrigt sich eigentlich noch zu erwähnen. Diese typisch deutsche Haltung: jetzt sollen sie doch mal endlich Ruhe geben, die Juden oder ich bin für die Befreiung des palästinensischen Volkes, oder Scheiße, der Benzinpreis ist so hoch, bereitet mir, ohne Übertreibung, tatsächlich körperliche Schmerzen.
Da ich selbst Deutsche bin - aus tiefstem Herzen und mit viel Stolz (Stolz und Kritik widersprechen sich nämlich auch nicht) - schäme ich mich zuweilen sehr. Besonders für das gemütliche, oberflächige und desinteressierte Denken von uns Deutschen. Denn was wird passieren, wenn Israel im Zuge dieser sog. Revolutionen mehr und mehr bedroht wird? Wenn die Hamas und die Hisbollah mit Waffen beliefert werden? Wenn Ägypten die Grenze zu Israel bzw. Gaza nicht mehr stabilisiert und der jordanische König seinen friedvolle Haltung aufgeben muss? Was wird passieren?
Die Amerikaner werden eingreifen müssen! Sie werden handeln müssen: militärisch! Und Deutschland? Deutschland muss sich, wie es leider un-erwachsen die Bundesregierung formuliert, aus der historischen Schuld heraus den Handlungen Amerikas beistehen. (Bezeichnend: den amerikanischen Handlungen wird Deutschland sich an die Seite stellen, nicht den Israelis!)
Das aber - ist nur das kleine Szenario! Das wirklich große Szenario kann sich jeder für sich selbst ausmalen. Malen nach Zahlen ersetzt durch malen nach Kausalen Zusammenhängen!

Ich, für meinen Teil blicke besorgt in die Zukunft.
Nicht um mein eigenes Leben und nicht um einen möglichen Krieg in Europa. Sondern um die Existenz Israels und darüber, ob wir Deutsche unsere soviel gepriesene, formulierte und angewiesene "historische Schuld" tatsächlich eingehen, wenn sie zum ersten Mal tatsächlich gefordert sein wird!

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