... beginnt Israel sich zu zeigen!
Die Krise ist nicht mehr zu übersehen - die EURO-Krise sowieso nicht mehr - hier kämpft Tante-Ost-Merkel (ich glaube) einen ganz wackeren Kampf; gleichzeitig gibt es ja den sog. "arabischen Frühling", der sich wie ein Flächenbrand ausbreitet ... ach ja, Flächenbrand ist hier ein gutes Stichwort!
Von Demokratiebewegung kann ja wohl keine Rede sein!!
Ägypten und Libyen werden auf jeden Fall dem Islam anheim fallen - und so traurig es ist, kann man nur froh sein, wenn in Syrien der Mörder Assad an der Macht bleibt. Denn, der ist noch allemal als Mörder besser als die Massenmörder, die danach an die Macht kommen werden!
Leider haben das die Gut-Menschen in Deutschland noch nicht kapiert! Die Gut-Menschen, die abends bei Rotwein und Kerzenlicht, mit hochgezogenen Beinen und selbst gestrickten Socken in einer WG immer alles aus-diskutieren wollen.
Na ja - "die" kennen wir ja!
Ansonsten bleibt mir Angst! Vor allem, was da noch kommen mag - egal aus welcher Richtung! Und da wird noch VIEL kommen.
Donnerstag, 10. November 2011
ich aber auch schnell ...
meine Antwort:
Liebe Miriam
Liebe Miriam
zunächst wirklich vielen Dank für Deine schnelle Antwort!
Aber: da ich ein "kritischer" Geist bin; SICHER - Ayslrecht. illegale Einwanderung etc. hat immer auch zur Folge, dass Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Prostitution und und und ins Land kommt. Was glaubst Du denn wie es in Europa aussieht: Katastrophal kann ich Dir sagen! Du tust bzw. schreibst aber manchmal gerade so als sei Israel das einzige Land, was davon betroffen ist. Die Realität ist doch - das Israel gerade mal die Anfänge bzw. Ausläufer davon mitbekommt.
Nun, ohne Übertreibung: wir hier in Europa sind überschwemmt davon!!!
Würde ich jetzt aber davon reden, dass ich die Deutsche Kultur (was auch immer das ist?!!!) bedroht sehe - wärst Du nicht die erste, die auf mich eindreschen würde???? Deutsch = Schlecht!
ich arbeite im sozialen Bereich, d.h. ich habe es den ganzen Tag mit bis zu 70% Prozent Ausländer (Moslems) zu tun, die nur in Deutschland sind, um Geld zu kassieren - ABER, das darf mich nicht dazu verleiten, meine Humanität zu verlieren!!!
Und zu Deinem Satz: "Was die Deutschen angeht: Pauschal sehe ich es in den meisten Fällen nicht, sondern berichte mehrheitlich von Einzelbeispielen ...." Da muss ich dir leider sagen: lies mal deine Beiträge über Deutschland, DIE Deutschen und deutsche Touristen - die sind durchgehend alle negativ! Mittlerweile wird jedem Leser, der sozial gereift ist, klar, dass Du da persönlich etwas abarbeiten musst.
Deine Gefolgschaft ist ja dennoch groß - aber ....
Und zu mir: ich reise seit 1989 nach Israel, im vergangenen September war ich das 48.mal im Lande. Ich spreche hebräisch! Nur zu Deiner Info!
Vielleicht bist Du zu einem offnen, wertfreien Austausch motiviert!
Weißt Du, Miriam (auch das meine ich überhaupt nicht zynisch - wozu ich, übrigens auch kein Talent habe) - ich wünsche Israel alles, wirklich alles - NUR eines nicht: das es die Entwicklung verpasst und Demokratie mit "ein-Anrecht-drauf-haben" verwechselt. Und nicht alles, was die "Welt" tut oder lässt - ist Anti-Israelisch oder Anti-Semitisch!
Leider hält die Entwicklung der Welt nicht an - die Zeit des Versuches der Vernichtung der Juden durch uns Deutsche ist mit knapp 60 Jahren noch so frisch - so allgegenwärtig! Ich verstehe jegliche Ressentiment von Menschen, die das noch ganz klar in Erinnerung haben. Aber, wie gesagt - die Welt hört nicht auf sich zu drehen - was also will Israel sein: der Staat der Opfer, der Erinnerung, des Ausnahmezustandes? Oder ein autonomer, ein moderner Staat, eine Demokratie, ein vollwertiges Mitglied der Weltengemeineschaft, über dessen Existenzberechtigung ein no-go ist überhaupt zu diskutieren?
Wenn JA - muss Israel - ob es will oder nicht - nochmal ganz neu seine "ungeschriebene" Verfassung zum Gegenstand von politisch-gesellschaftlicher Diskussionen stellen. Erstmal stellen. Aber das tut Israel seit 5 Jahrzehnten nicht - und SORRY - das könnte Israel zum Verhängnis werden.
Beate
schnell ist sie ja ...
HIer die Antwort von Miriam Woelke auf meine mail:
B"H
Hallo Beate,
ich sehe Deine Mail nicht als antisemitisch an, denke aber, dass Du einiges zu ernst nimmst.
(Ach plötzlich nimmt man die Dinge zu ernst, tut man es nicht, ist man Ignorant der jüdisch-israelischen Sache gegenüber!)
Was die Afrikaner angeht:
Israel definiert sich in seiner ungeschriebenen Verfassung als JUEDISCHER STAAT und niemand hat die Absicht (eine Mauer zu bauen! JA, ja - kennen wir schon!) , daran zu ruetteln. Ich weiss nicht, ob Du schon einmal in Israel warst und die Lage kennst, doch handelt es sich bei mehr als 95 % der Afrikaner um Illegale, die einfach so ins Land geschleust worden sind. Hinzu kommt deren hohe Kriminalitaetsrate und manchmal erscheint es der hiesigen Polizei als seinen die Kriminellen aus dem Sudan gerade in Tel Aviv eingerueckt.
Ich kenne kein Land der Welt, welches Illegale einfach so akzeptiert und auf kurz oder lang muss unsere Regierung eine Loesung finden, wenn es nicht zum sozialen Knall kommen soll.
Was die Deutschen angeht: Pauschal sehe ich es in den meisten Faellen nicht, sondern berichte mehrheitlich von Einzelbeispielen, die ich in Israel miterlebte.
Es mag wichtig sein, dass Nichtisraelis auf der Seite unseres Landes stehen, doch sollte man das nicht ueberbewerten. Viel wichtiger ist es, dass die israelische Gesellschaft zu einer Einheit findet und hier gibt es mehr zu tun als man glaubt. Es waere besser, wenn wir uns in Israel auf uns selbst konzentrieren und nicht immer nur aufs Ausland.
Viele Gruesse,
Miriam
B"H
Hallo Beate,
ich sehe Deine Mail nicht als antisemitisch an, denke aber, dass Du einiges zu ernst nimmst.
(Ach plötzlich nimmt man die Dinge zu ernst, tut man es nicht, ist man Ignorant der jüdisch-israelischen Sache gegenüber!)
Was die Afrikaner angeht:
Israel definiert sich in seiner ungeschriebenen Verfassung als JUEDISCHER STAAT und niemand hat die Absicht (eine Mauer zu bauen! JA, ja - kennen wir schon!) , daran zu ruetteln. Ich weiss nicht, ob Du schon einmal in Israel warst und die Lage kennst, doch handelt es sich bei mehr als 95 % der Afrikaner um Illegale, die einfach so ins Land geschleust worden sind. Hinzu kommt deren hohe Kriminalitaetsrate und manchmal erscheint es der hiesigen Polizei als seinen die Kriminellen aus dem Sudan gerade in Tel Aviv eingerueckt.
Ich kenne kein Land der Welt, welches Illegale einfach so akzeptiert und auf kurz oder lang muss unsere Regierung eine Loesung finden, wenn es nicht zum sozialen Knall kommen soll.
Was die Deutschen angeht: Pauschal sehe ich es in den meisten Faellen nicht, sondern berichte mehrheitlich von Einzelbeispielen, die ich in Israel miterlebte.
Es mag wichtig sein, dass Nichtisraelis auf der Seite unseres Landes stehen, doch sollte man das nicht ueberbewerten. Viel wichtiger ist es, dass die israelische Gesellschaft zu einer Einheit findet und hier gibt es mehr zu tun als man glaubt. Es waere besser, wenn wir uns in Israel auf uns selbst konzentrieren und nicht immer nur aufs Ausland.
Viele Gruesse,
Miriam
zweiterlei Maß ... nein Danke!
seit ca. 3 Jahren verfolge ich den blog "lebeninjerusalem" von Miriam Woelke.
Sie scheint eine ehemalige Deutsche zu sein, die vor ca. 10 Aliya - also die Einwanderung nach Israel gemacht zu haben. Ihr persönliche Geschichte kenne ich (natürlich) nicht - aber eben die von ihr verfassten Beiträge auf ihrem blog.
Neben ganz vielen interessanten und auch sehr informativen Beiträge finden sich leider auch zunehmend menschenverachtende, rassistische Statements. So ungefähr: wer nicht jüdisch und nicht in Israel lebt, ist ein Mensch zweiter und/oder auch Unterklasse.
Da ich jegliche Art der "Gleichschaltung" als das erstmal persönliche, dann auch politische Übel jedes MEnschen sehe/verstehe - habe ich den blog von Miriam ganz schön lange "durchgehalten" - ehe ich ihr nun heute persönlich geschrieben habe:
Sie scheint eine ehemalige Deutsche zu sein, die vor ca. 10 Aliya - also die Einwanderung nach Israel gemacht zu haben. Ihr persönliche Geschichte kenne ich (natürlich) nicht - aber eben die von ihr verfassten Beiträge auf ihrem blog.
Neben ganz vielen interessanten und auch sehr informativen Beiträge finden sich leider auch zunehmend menschenverachtende, rassistische Statements. So ungefähr: wer nicht jüdisch und nicht in Israel lebt, ist ein Mensch zweiter und/oder auch Unterklasse.
Da ich jegliche Art der "Gleichschaltung" als das erstmal persönliche, dann auch politische Übel jedes MEnschen sehe/verstehe - habe ich den blog von Miriam ganz schön lange "durchgehalten" - ehe ich ihr nun heute persönlich geschrieben habe:
Hallo Miriam,
mein Name ist Beate Nowack, bin 48 Jahre (alt oder jung, ganz wie Du willst) ich wohne in Köln und verfolge Deinen blog „lebeninjerusalem“ seit ungefähr zwei oder drei Jahren.
Neben Deinen wirklich vielen informativen und auch interessanten Aspekten, die Du in Deinem blog veröffentlichst, erlaube ich mir, Dir heute auch meine Enttäuschung, zuweilen sogar Entrüstung mitzuteilen – die ich empfinde, wenn Du, so ganz Deiner Art, (pauschal) über Deutschland schreibst.
Ich bin selbst eine sehr kritische – und nicht immer ganz glückliche Deutsche. Meistens bin ich es nicht! Besonders dann nicht, wenn ich die deutsche bzw. europäische Politik bzw. Haltung gegenüber Israel betrachte. Für mich heute, mehr denn je, eine Politik der Feigheit, der Vermeidung, der Unklarheit und der Doppelmoral. Ich bin selbst davon überzeugt, dass nicht nur (aber auch) die deutsche Politik eine „pseudo-vorgeschobene“ Pro-Israel Politik ist und bin persönlich der Meinung, dass sich Deutschland viel klarer und positionierter an die Seite Israels zu stellen hat. Und dies nicht nur aus Gründen der „Vergangenheit“ sondern vielmehr aus Gründen der Wahrheit!
Dass aber jeder Staat – auch der israelische – von inneren, äußeren, wirtschaftlichen und diplomatischen Zwängen umgeben ist – muss ich Dir als Israelin bestimmt nicht erklären. So auch Deutschland!
Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten! Und sofern es in „unserem“ Europa noch niemand bemerkt hat, so verteidigt Israel an vorderster Front die westlich-zivilisierten Werte im Nahen Osten und demzufolge auch als „letzte“ Bastion gegen den drohenden Islamismus.
Mit was ich aber nicht einverstanden sein kann, ist – dass Du – die seit 10 Jahren (oder mehr) in Israel lebst, über die deutsche Gesellschaft schreibst, als seiest Du noch unter uns bzw. als hätte die sich, seit Deiner Aliyah nicht verändert / entwickelt. Du schreibst über „uns“ Deutsche so allumfassend, so pauschal (was Dein gutes Recht ist) – doch negierst Du damit eben auch die nicht wenigen Menschen in Deutschland, die ganz klar an der Seite Israels stehen – und selbst (auf ihre Weise) unter den Zuständen leiden.
Du möchtest doch auch nicht mit anderen über einen Haufen geworfen werden, oder? Weshalb machst Du es dann mit uns Deutschen?
Deine Berichterstattung, die ich als journalistische Arbeit betrachte – misst mir hier zuweilen einfach zu oft mit zweierlei Maß. Aus Deinen Statements zeigt sich (für mich) zu oft und sehr betrübend eine (ich werde jetzt harsch) „Zwei-Menschen-Klassen-denken“-Kategorie. Siehe Deine Berichte über afrikanische Flüchtlinge in Israel.
Meine 1. Frage hier wäre: Verstehst Du nicht die wirtschaftlichen Zwänge dieser Menschen?
Meine 2. Frage wäre: Glaubst Du, dass Israel hier in der Aufnahme von wirtschafts- und/oder Kriegsflüchtlingen ein Sonderstatus zusteht, weil Israel ja eine Heimstatt für (ausschließlich) Juden sein soll?
Ich stelle diese Fragen ohne Zynismus – sondern weil ich mir selbst schon länger darüber Gedanken mache, wie denn die Zukunft Israels in einer Welt-Staaten-Gemeinschaft aussehen kann oder soll!?!?!
Ich bin mit meinen Gedanken noch gar nicht am Ende angelangt – weil ich die Dinge wahrscheinlich auch zu sozialisiert aus europäischer Sicht betrachte. Aber die Frage ist doch – wenn Israel – als autonomes und vollwertiges Mitglied in der (sog.) Staatengemeinschaft langfristig sein will – muss dann nicht auch Israel – wie alle anderen europäischen Staaten – z.B. sein Einwanderungsgesetz, sein Asylrecht etc. ändern??
Oder sind diese „Pflichten“ nur den Nord-Europäischen Staaten auferlegt: Schweden, Dänemark oder Deutschland. Ist Humanität – fernab von jeglicher Religion – nur die Aufgabe dieser Länder, die dafür, z.b. auch von Dir, weltweit in blogs „auf die Fresse“ kriegen?
Nur Nebenbei bemerkt, der Irak-Krieg z.b. ist auf Betreiben der Amerikaner (u.a. zum Schutze Israels) betrieben worden. Komisch nur, das nur Deutschland und Schweden den Großteil der „unschuldigen“ Flüchtlinge aufgenommen hat. Frage: Weshalb Israel nicht?
Israel ist eine Demokratie! Ja. Aber verzeih – noch keine wirkliche – im Sinne von Demokratie. Das ist auch Deutschland noch nicht – es gibt noch viel zu tun.
Aber ich finde, in und an Deutschland nur immer das Schlechte zu suchen und (in Deinem blog) zu publizieren die einfachste und die dümmste Art als gebildeter Mensch zu agieren.
Deutschland hat seine Fehler – da hast DU vollkommen Recht – aber ich denke, als Israelin würde es dir viel mehr zu Gesicht stehen, über Dein eigenes Land kritisch nachzudenken und zu berichten. Wir Deutschen machen das schon selbst – und seit 65 Jahren, Schritt für Schritt – ganz schön gut!
Bei aller Liebe zu Israel – und ich bleibe dabei: ich werde immer ganz bei und ganz an der Seite Israels stehen – wünsche Dir eines aber nicht: das Du eines Tages aufwachst, und alles war ganz anders als Du dachtest, dass es wäre!
Beate Nowack
xxxStr. 34
5XXXX Köln
p.s. meine Adresse nur für den Fall, dass Du meine mail auch als eine anonyme anti-semitische Äußerung in deinem blog abtust.
Das muss ich nun vorsorglich so schreiben – Anlass meiner mail war aber ein ganz anderer: Austausch!
Schabbat Shalom, Beate
Mittwoch, 24. August 2011
Bombenstimmung in Be`er Sheva
Bin seit 3 Wochen in Israel um in Be`er Sheva an der Ben-Gurion University einen weiteren Ulpan zu absolvieren ... doch vor lauter Grad Raketen aus Gaza komme ich kaum dazu.
Jetzt war mal 2 Tage Pause, zuvor 6 Tage durchgehend, zuletzt fast stündlich ... und nun heute Abend 22:28 h wieder Alarm. Insgesamt kamen 5 Grad angeflogen, eines hat das Raketenabwehrsystem Iron Dome abgeschossen.
Eigentlich wollte ich diesen blog mal etwas ruhen lassen, da ich wirklich viel zu lernen habe ... aber okay, die Hamas will es ja nicht anders: Ab jetzt schieße ich mit Worten zurück.
Morgen mehr!
Jetzt war mal 2 Tage Pause, zuvor 6 Tage durchgehend, zuletzt fast stündlich ... und nun heute Abend 22:28 h wieder Alarm. Insgesamt kamen 5 Grad angeflogen, eines hat das Raketenabwehrsystem Iron Dome abgeschossen.
Eigentlich wollte ich diesen blog mal etwas ruhen lassen, da ich wirklich viel zu lernen habe ... aber okay, die Hamas will es ja nicht anders: Ab jetzt schieße ich mit Worten zurück.
Morgen mehr!
Freitag, 10. Juni 2011
Von 68er Grenzen, NATO-Einsatz und Syrien
Ich habe mich schon einige Zeit in meinem eigenen blog nicht mehr zu Wort gemeldet - Weil ich die Faxen einfach richtig dicke habe.
Seit Ägypten und dem Beginn des sog. arabischen Aufstandes steht mir die politische Gülle mal wieder buchstäblich bis zum Hals - manchmal kann ich und oft will ich auch nicht mehr glauben in welchem westlich, verdummten und käuflichen System ich lebe.
Weil da mehr als drei oder dreihundert Araber auf die Strasse gehen, schlagen die westlichen Medien Purzelbäume - schreien was von "Demokratisierungsprozess" in ihre wunderlichen Mikrophone - dass gleichzeitig auf dem Tahiri-Platz mitten in Kairo eine amerikanische Journalistin 40 Minuten lang von mehreren Männern vergewaltigt wird - davon hört und liest man nichts in deutschen Medien.
Dass auch die deutsche Berichterstattung eine Berichterstattung der Warmduscher ist - nun, ein oder zwei Blicke in die Berichterstattung von CNN, aber ganz speziell die der BBC öffnet dem geneigt Interessierten aber ganz weit die Augen.
Und nun - Aha, Libyen wird bombardiert - die Aufständischen bzw. Rebellen werden verteidigt oder unterstützt. Eines von beidem - so genau weiß das niemand. Libyen wird seit - ich schätze mal - ungefähr 5 Wochen bombardiert ... dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 5 Wochen Bombardement! Frage: Wie lang benötigt eigentlich unsere hochgerüstet EU- und NATO-verseuchte Technologie um den ollen Gaddafi aus dem Land zu scheuchen?
Oder anders gefragt: Für was geben wir denn so viel unserer Steuergelder an Sicherheit und Militär aus, wenn immer - wenn es drauf ankommt - die völligen Schiessbudenfiguren in den hochgerüsteten und super-teuren Bomben-Jets sitzen.
Ach, und mal ehrlich: Wenn sie schon Tripolis bombardieren, dann könnten sie auch einen kleinen Umweg fliegen und Dschir al Schugur (in Syrien) bombardieren. In diese Stadt im Norden Syriens marschieren nämlich heute Abend gerade mal 30.000 Soldaten ein um alle platt zu machen, die sich auch nur wagen einen Gedanken gegen Assad nur zu denken. In Syrien ist auf deutsch gesagt, der Teufel los - seit Wochen wird da ganz deutlich und blutig gegen Menschen vorgegangen, die sich etwas anderes wünschen, als das, was ihnen Assad erlaubt zu wünschen.
Doch - und hier muss der westlich verblendeten Berichterstattung Einhalt geboten werden: DAS was sich dieMenschen in Syrien, Tunis oder aber in Gaza und Bahrain wünschen, ist nicht das, was sich was wir uns wünschen würden.
Der jetzige arabisch/islamische Aufstand ist nämlich - der erste arabisch/islamische Aufstand, den es jemals gegeben hat. Also der erste "Aufstand" seit ca. 1400 Jahren. Nur zum Verständnis: Wie lange hat der erste christlich/freiheitlich und demokratische Aufstand in Europa gedauert??? War der nicht erst um 1792 in Frankreich. Und danach, nach der französischen Revulution - mh, kam da nicht doch noch der 1. und der 2. Weltkrieg. Über 30 Millionen Tote.
Und jetzt wollen uns warmduschende GEZ-bezahlte Journalisten oder NT-V und N-24 Praktikanten, deren Werbepartner wirtschaftliche Beziehungen gerettet wissen wollen, weis machen, dass sie unter Einsatz ihres Lebens DIE arabische Revolution in unsere TV-geprägten Wohnzimmer bringen.
Und jetzt frage ich nochmals! Warum Libyen und nicht Syrien? Weshalb nicht Bahrain und weshalb nicht längst bei der "Grünen Revolution" im Iran vor zwei Jahren.
Warum nicht?
Ach, weil eventuell in Libyen doch mehr Öl und in Syrien nur Menschen und weil Barack Obama an die Zukunft denkt und deshalb gerade jetzt Israel auffordert in die Grenzen von "1967" zurück beordern will. Passt halt gerade so gut in die Zeit und den arabisch/islamischen Aufstand. Vielleicht will er auch nur sicher gehen, dass Israel for ever Hilfe von Amerika benötigt.
Denn - Frieden, Frieden, will da "unten" niemand - Ami-Land schon überhaupt nicht.
Und was mich dabei und allem aufregt: ALLES! Aber am aller meisten, dass wir "Westler" unser Dasein tatsächlich als das non-plus-ultra betrachten - und diesen arabisch/islamischen Aufstand nur in unsere Kategorie einordnen: Jetzt muss es aber mal los gehen da unten mit der Freiheit und Demokratie.
Das Gegenteil, aber wird der Fall sein! Und wir sollten am "Ende" der arabisch/islamischen Bewegung NICHT überrascht sein, dass dieser Aufstand ein ganz anderes Ergebnis zu Tage gebracht haben wird, als wir (überheblich) erwartet haben.
Ich hoffe und wünsche, dass ich Lügen gestraft werde - aber dieser arabisch/islamische Aufstand ist das eigentliche Ende der geschichtlichen Episode: die Türken vor Wien.
Dennoch bleibt die - recht simple Frage: Warum wird Libyen bombardiert und Syrien nicht?
Und - aber nur nebenbei - weshalb werden mir als Steuerzahler, also auch Geldgeber dieser ganzen Bombardierungen keine "Bilder" seit Wochen gezeigt? Letztendlich, und um ganz genau zu sein: Ich bin der Angriff und auch DU bist der Angriff u.a. auf Libyen, denn wir sind doch EuropäerInnen, in unserem Namen und von unserem Gelde wird das doch alles finanziert.
Verflucht - jetzt habe ich wieder Kopfschmerzen ...
Seit Ägypten und dem Beginn des sog. arabischen Aufstandes steht mir die politische Gülle mal wieder buchstäblich bis zum Hals - manchmal kann ich und oft will ich auch nicht mehr glauben in welchem westlich, verdummten und käuflichen System ich lebe.
Weil da mehr als drei oder dreihundert Araber auf die Strasse gehen, schlagen die westlichen Medien Purzelbäume - schreien was von "Demokratisierungsprozess" in ihre wunderlichen Mikrophone - dass gleichzeitig auf dem Tahiri-Platz mitten in Kairo eine amerikanische Journalistin 40 Minuten lang von mehreren Männern vergewaltigt wird - davon hört und liest man nichts in deutschen Medien.
Dass auch die deutsche Berichterstattung eine Berichterstattung der Warmduscher ist - nun, ein oder zwei Blicke in die Berichterstattung von CNN, aber ganz speziell die der BBC öffnet dem geneigt Interessierten aber ganz weit die Augen.
Und nun - Aha, Libyen wird bombardiert - die Aufständischen bzw. Rebellen werden verteidigt oder unterstützt. Eines von beidem - so genau weiß das niemand. Libyen wird seit - ich schätze mal - ungefähr 5 Wochen bombardiert ... dass muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 5 Wochen Bombardement! Frage: Wie lang benötigt eigentlich unsere hochgerüstet EU- und NATO-verseuchte Technologie um den ollen Gaddafi aus dem Land zu scheuchen?
Oder anders gefragt: Für was geben wir denn so viel unserer Steuergelder an Sicherheit und Militär aus, wenn immer - wenn es drauf ankommt - die völligen Schiessbudenfiguren in den hochgerüsteten und super-teuren Bomben-Jets sitzen.
Ach, und mal ehrlich: Wenn sie schon Tripolis bombardieren, dann könnten sie auch einen kleinen Umweg fliegen und Dschir al Schugur (in Syrien) bombardieren. In diese Stadt im Norden Syriens marschieren nämlich heute Abend gerade mal 30.000 Soldaten ein um alle platt zu machen, die sich auch nur wagen einen Gedanken gegen Assad nur zu denken. In Syrien ist auf deutsch gesagt, der Teufel los - seit Wochen wird da ganz deutlich und blutig gegen Menschen vorgegangen, die sich etwas anderes wünschen, als das, was ihnen Assad erlaubt zu wünschen.
Doch - und hier muss der westlich verblendeten Berichterstattung Einhalt geboten werden: DAS was sich dieMenschen in Syrien, Tunis oder aber in Gaza und Bahrain wünschen, ist nicht das, was sich was wir uns wünschen würden.
Der jetzige arabisch/islamische Aufstand ist nämlich - der erste arabisch/islamische Aufstand, den es jemals gegeben hat. Also der erste "Aufstand" seit ca. 1400 Jahren. Nur zum Verständnis: Wie lange hat der erste christlich/freiheitlich und demokratische Aufstand in Europa gedauert??? War der nicht erst um 1792 in Frankreich. Und danach, nach der französischen Revulution - mh, kam da nicht doch noch der 1. und der 2. Weltkrieg. Über 30 Millionen Tote.
Und jetzt wollen uns warmduschende GEZ-bezahlte Journalisten oder NT-V und N-24 Praktikanten, deren Werbepartner wirtschaftliche Beziehungen gerettet wissen wollen, weis machen, dass sie unter Einsatz ihres Lebens DIE arabische Revolution in unsere TV-geprägten Wohnzimmer bringen.
Und jetzt frage ich nochmals! Warum Libyen und nicht Syrien? Weshalb nicht Bahrain und weshalb nicht längst bei der "Grünen Revolution" im Iran vor zwei Jahren.
Warum nicht?
Ach, weil eventuell in Libyen doch mehr Öl und in Syrien nur Menschen und weil Barack Obama an die Zukunft denkt und deshalb gerade jetzt Israel auffordert in die Grenzen von "1967" zurück beordern will. Passt halt gerade so gut in die Zeit und den arabisch/islamischen Aufstand. Vielleicht will er auch nur sicher gehen, dass Israel for ever Hilfe von Amerika benötigt.
Denn - Frieden, Frieden, will da "unten" niemand - Ami-Land schon überhaupt nicht.
Und was mich dabei und allem aufregt: ALLES! Aber am aller meisten, dass wir "Westler" unser Dasein tatsächlich als das non-plus-ultra betrachten - und diesen arabisch/islamischen Aufstand nur in unsere Kategorie einordnen: Jetzt muss es aber mal los gehen da unten mit der Freiheit und Demokratie.
Das Gegenteil, aber wird der Fall sein! Und wir sollten am "Ende" der arabisch/islamischen Bewegung NICHT überrascht sein, dass dieser Aufstand ein ganz anderes Ergebnis zu Tage gebracht haben wird, als wir (überheblich) erwartet haben.
Ich hoffe und wünsche, dass ich Lügen gestraft werde - aber dieser arabisch/islamische Aufstand ist das eigentliche Ende der geschichtlichen Episode: die Türken vor Wien.
Dennoch bleibt die - recht simple Frage: Warum wird Libyen bombardiert und Syrien nicht?
Und - aber nur nebenbei - weshalb werden mir als Steuerzahler, also auch Geldgeber dieser ganzen Bombardierungen keine "Bilder" seit Wochen gezeigt? Letztendlich, und um ganz genau zu sein: Ich bin der Angriff und auch DU bist der Angriff u.a. auf Libyen, denn wir sind doch EuropäerInnen, in unserem Namen und von unserem Gelde wird das doch alles finanziert.
Verflucht - jetzt habe ich wieder Kopfschmerzen ...
Donnerstag, 24. März 2011
Anschlag in Jerusalem
Geht es jetzt wieder los, mit den Bus-Attentaten in Israel?
Nicht überraschend kam der gestrige Anschlag auf die Bus-Nummer 74 in Jerusalem. Nachdem die Ägypter sich von Mubarak befreit haben, ist leider auch die Grenze zu Gaza durchlässig geworden. Waffenlieferungen nach Gaza und andernorts müssen jetzt wohl nicht mehr durch geheime Tunnel geschafft werden.
Schon vor 14 Tagen wurde eine Familie in einer israelischen Siedlung regelrecht abgeschlachtet worden - doch die Katastrophe in Japan hatte diesen Mord aus den Medien verdrängt.
Schon heute Nacht flogen die Israelis Luftangriffe auf Stellungen militanter Palästinenser in Gaza - ein erneuter Krieg liegt in der Luft.
Mehr Infos hier
Nicht überraschend kam der gestrige Anschlag auf die Bus-Nummer 74 in Jerusalem. Nachdem die Ägypter sich von Mubarak befreit haben, ist leider auch die Grenze zu Gaza durchlässig geworden. Waffenlieferungen nach Gaza und andernorts müssen jetzt wohl nicht mehr durch geheime Tunnel geschafft werden.
Schon vor 14 Tagen wurde eine Familie in einer israelischen Siedlung regelrecht abgeschlachtet worden - doch die Katastrophe in Japan hatte diesen Mord aus den Medien verdrängt.
Schon heute Nacht flogen die Israelis Luftangriffe auf Stellungen militanter Palästinenser in Gaza - ein erneuter Krieg liegt in der Luft.
Mehr Infos hier
Dienstag, 15. März 2011
On the way back
oder anders gesagt, zurück in die Gegenwart; das bin ich gerade im Zug von Berlin-Ostbahnhof in den Westen der Republik.
Ratz-fatz vergingen die vergangenen 6 Tage in Berlin; zusammen genommen habe ich so viel gesehen, gehört, erlebt und erfühlt, wie oftmals in zwei Monaten nicht.
Jetzt gilt es eben das Erlebte zu sortieren und zu verarbeiten. Besonders der Besuch im Landesarchiv war ungemein beeindruckend und aufwühlend. Die gesamte Korrespondenz zwischen Willy, der Jewish Restitution Organization, dem Berliner Senat und dem Amt für Wiedergutmachung nachzulesen, war äußerst beeindruckend; wenn auch zeitweise kurios und etwas zynisch. So verlangte z.B. das Amt für Wiedergutmachung für jeden Beschluss hinsichtlich einer Zahlung von sog. Wiedergutmachungsgeldern bzw. Entschädigungen eine Bearbeitungsgebühr. Auf Deutsch: da wird einem deutschen Juden all sein Hab`und Gut von den Nazis genommen und um eine meist wirklich geringe Entschädigung zu erhalten, muss dieser Mensch dann eine Bearbeitungsgebühr entrichten. Viele Dinge, die ich auf dem Weg meiner Recherchen erfahren habe, übertreffen sich in Deutschland wirklich an Pietätlosigkeit.
So war ich z.B. vor einigen Jahren mit einer israelischen Freundin und deren sehr betagtem Vater in Berlin und wir besuchten das Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor. Im dortigen unterirdischen Dokumentationszentrum konnte der Vater, weil des deutschen und englischen nicht mächtig, kein Wort verstehen. Ihm wurde angeboten einen Audio-Führer in hebräisch zu nutzen. Kostenpunkt: 4,50 €. Wie bitte? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ich konnte nicht anderes, sondern musst die Dame am Audio-Verleih-Stand entrüstet fragen: "Ein Jude, der Opfer des Holocaust war, muss hier also dafür bezahlen, damit er verstehen kann, weshalb er Opfer war?"
Einfach unglaublich!
Ratz-fatz vergingen die vergangenen 6 Tage in Berlin; zusammen genommen habe ich so viel gesehen, gehört, erlebt und erfühlt, wie oftmals in zwei Monaten nicht.
Jetzt gilt es eben das Erlebte zu sortieren und zu verarbeiten. Besonders der Besuch im Landesarchiv war ungemein beeindruckend und aufwühlend. Die gesamte Korrespondenz zwischen Willy, der Jewish Restitution Organization, dem Berliner Senat und dem Amt für Wiedergutmachung nachzulesen, war äußerst beeindruckend; wenn auch zeitweise kurios und etwas zynisch. So verlangte z.B. das Amt für Wiedergutmachung für jeden Beschluss hinsichtlich einer Zahlung von sog. Wiedergutmachungsgeldern bzw. Entschädigungen eine Bearbeitungsgebühr. Auf Deutsch: da wird einem deutschen Juden all sein Hab`und Gut von den Nazis genommen und um eine meist wirklich geringe Entschädigung zu erhalten, muss dieser Mensch dann eine Bearbeitungsgebühr entrichten. Viele Dinge, die ich auf dem Weg meiner Recherchen erfahren habe, übertreffen sich in Deutschland wirklich an Pietätlosigkeit.
So war ich z.B. vor einigen Jahren mit einer israelischen Freundin und deren sehr betagtem Vater in Berlin und wir besuchten das Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor. Im dortigen unterirdischen Dokumentationszentrum konnte der Vater, weil des deutschen und englischen nicht mächtig, kein Wort verstehen. Ihm wurde angeboten einen Audio-Führer in hebräisch zu nutzen. Kostenpunkt: 4,50 €. Wie bitte? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ich konnte nicht anderes, sondern musst die Dame am Audio-Verleih-Stand entrüstet fragen: "Ein Jude, der Opfer des Holocaust war, muss hier also dafür bezahlen, damit er verstehen kann, weshalb er Opfer war?"
Einfach unglaublich!
Montag, 14. März 2011
Ein Himmelreich für Kühlstrümpfe
Gestern war der Höhepunkt des Fuß-Marathons durch Berlin - besonders das rein in die U-Bahn und raus aus der U-Bahn, Treppauf und Treppab zur nächsten U-Bahnlinie (meist funktionieren die Rolltreppen natürlich nicht) hat uns allen richtig zugesetzt. Auf dem späten Weg zurück ins Hotel konnte ich kaum noch die Fußballen schmerzlos aufsetzen ...
Mati, der ein großer Liebhaber von Richard Wagners Musik ist, hatte das riesen große Glück gehabt, dass gestern an der Deutschen Oper in Berlin die Wagner-Oper Tristan und Isolde Premiere hatte. Für 60 Euro setzte er sich 6 Stunden in den 3. Rang und kam danach mit feuchten Augen zurück. Er sagte, wenn er den Text verstanden hätte, hätte er noch mehr geweint.
In Israel hat er kaum die Chance Wagner zu hören, da viele Israelis immer noch dagegen sind, Musik des Anti-Semiten zu hören. Vor einigen Jahren war Daniel Barenboim mit dem Berliner Philharmoniker Orchester in Jerusalem und ließ (unangekündigt) vor vollbesetztem Haus plötzlich Wagner spielen. Viele der Zuhörer verließen aus Protest das Konzert.
Mati, der ein großer Liebhaber von Richard Wagners Musik ist, hatte das riesen große Glück gehabt, dass gestern an der Deutschen Oper in Berlin die Wagner-Oper Tristan und Isolde Premiere hatte. Für 60 Euro setzte er sich 6 Stunden in den 3. Rang und kam danach mit feuchten Augen zurück. Er sagte, wenn er den Text verstanden hätte, hätte er noch mehr geweint.
In Israel hat er kaum die Chance Wagner zu hören, da viele Israelis immer noch dagegen sind, Musik des Anti-Semiten zu hören. Vor einigen Jahren war Daniel Barenboim mit dem Berliner Philharmoniker Orchester in Jerusalem und ließ (unangekündigt) vor vollbesetztem Haus plötzlich Wagner spielen. Viele der Zuhörer verließen aus Protest das Konzert.
Sonntag, 13. März 2011
Wer mit Israelis eine Reise tut, ...
der kann wirklich was erleben.
Zunächst sei gesagt, mit Israelis zu reisen, bedeutet in erster Linie: man nimmt wahrscheinlich zu. Ich bin es ja schon aus Israel gewohnt, dass Israelis von einem Humus-Laden in den nächsten rennen und sich darin überbieten, wer denn nun in welchem kleinen Kaff das beste Restaurant kennt; aber hier in Berlin wird das alles noch übertroffen.
Es muss an einer Ecke nur nach etwas Essbarem riechen, schon fällt Ruth oder Mati ein, man müsse doch nun dringlich eine Pause einlegen. Kaum hatten wir unser Hotel gestern morgen verlassen, wurde per Handy aus Israel die Information eingeholt, wo es denn in der Nähe das Beste Lokal zum Frühstücken gibt. Wie gesagt: aus Israel - nicht das beide auf die Idee kämen mich, als ihre Deutsche Reisebegleitung zu fragen - ach nein, da vertraut man doch eher dem israelischen Geschmack.
Und tatsächlich, Ruths Tochter navigierte uns per sms ans Paul-Linke-Ufer in das Bistro "Übersee", in dem sich Ruth vor Begeisterung über ihr Yoghurt-mit-Früchten Frühstück nicht mehr einkriegte und Mati bekam große Augen bei einem regelrechten Berg Bauernfrühstück mit Speck. Besonders der Speck war es - denn Speck gibt es in Israel nicht, ist ja vom Schwein!
Nach dem Frühstück rein in die U-Bahn und an der Eisenacher Str. wieder raus - denn dort hatte Ruths Vater bis 1939 seine Firma. Leider waren genau die Häuser zerbombt worden, an denen die Franz D. Steiner & Co. ihre Büro- und Produktionsräume hatte. Schade! Doch durch die erhaltenden Häuser in der Nachbarschaft und die wunderschöne Schule gegenüber (erbaut 1902) konnten wir uns ein Bild machen.
Dazu sollte ich aber sagen, dass mit Ruth zu Fuß vorwärts zu kommen, einerseits eine kleine Geduldsprobe ist, andererseits aber auch den Winkel der Betrachtung erweitert - denn buchstäblich auf Schritt und Tritt sieht Ruth irgendetwas, worüber sie in wahre Verzückung gerät. Meist sind es winzig kleine Geschäfte die irgendein "Schmonzens"(jidd.= unnötiges Zeug, Kitsch) anbieten. Dann heißt es mit hebräischem Indianergebrüll rein in den Laden, alles anfassen, dem Betreiber direkt sagen, wie toll "das ganze Schmonzens ist" - nach dem Preis fragen, auf hebräisch mit Mati diskutieren ob man das jetzt kaufen sollte oder nicht (man muss ja Geschenke nach Israel mitbringen) - nach weiteren Minuten tief durchatmen, "Chaval, chaval" (hebr.: = Schade) sagen und wieder raus aus dem Laden. Bis zum nächsten!
Zunächst sei gesagt, mit Israelis zu reisen, bedeutet in erster Linie: man nimmt wahrscheinlich zu. Ich bin es ja schon aus Israel gewohnt, dass Israelis von einem Humus-Laden in den nächsten rennen und sich darin überbieten, wer denn nun in welchem kleinen Kaff das beste Restaurant kennt; aber hier in Berlin wird das alles noch übertroffen.
Es muss an einer Ecke nur nach etwas Essbarem riechen, schon fällt Ruth oder Mati ein, man müsse doch nun dringlich eine Pause einlegen. Kaum hatten wir unser Hotel gestern morgen verlassen, wurde per Handy aus Israel die Information eingeholt, wo es denn in der Nähe das Beste Lokal zum Frühstücken gibt. Wie gesagt: aus Israel - nicht das beide auf die Idee kämen mich, als ihre Deutsche Reisebegleitung zu fragen - ach nein, da vertraut man doch eher dem israelischen Geschmack.
Und tatsächlich, Ruths Tochter navigierte uns per sms ans Paul-Linke-Ufer in das Bistro "Übersee", in dem sich Ruth vor Begeisterung über ihr Yoghurt-mit-Früchten Frühstück nicht mehr einkriegte und Mati bekam große Augen bei einem regelrechten Berg Bauernfrühstück mit Speck. Besonders der Speck war es - denn Speck gibt es in Israel nicht, ist ja vom Schwein!
Nach dem Frühstück rein in die U-Bahn und an der Eisenacher Str. wieder raus - denn dort hatte Ruths Vater bis 1939 seine Firma. Leider waren genau die Häuser zerbombt worden, an denen die Franz D. Steiner & Co. ihre Büro- und Produktionsräume hatte. Schade! Doch durch die erhaltenden Häuser in der Nachbarschaft und die wunderschöne Schule gegenüber (erbaut 1902) konnten wir uns ein Bild machen.
Dazu sollte ich aber sagen, dass mit Ruth zu Fuß vorwärts zu kommen, einerseits eine kleine Geduldsprobe ist, andererseits aber auch den Winkel der Betrachtung erweitert - denn buchstäblich auf Schritt und Tritt sieht Ruth irgendetwas, worüber sie in wahre Verzückung gerät. Meist sind es winzig kleine Geschäfte die irgendein "Schmonzens"(jidd.= unnötiges Zeug, Kitsch) anbieten. Dann heißt es mit hebräischem Indianergebrüll rein in den Laden, alles anfassen, dem Betreiber direkt sagen, wie toll "das ganze Schmonzens ist" - nach dem Preis fragen, auf hebräisch mit Mati diskutieren ob man das jetzt kaufen sollte oder nicht (man muss ja Geschenke nach Israel mitbringen) - nach weiteren Minuten tief durchatmen, "Chaval, chaval" (hebr.: = Schade) sagen und wieder raus aus dem Laden. Bis zum nächsten!
Samstag, 12. März 2011
Zwischen Kästner, Wilder & Brecht
Die Berliner Adresse von Willy, dem Vater von Ruth, war zwischen 1916 und 1939 DIE Motzstr. in Schöneberg - direkt am Viktoria-Luise-Platz. Dorthin hatte unser Weg uns gestern natürlich auch geführt.
Der Viktoria-Luise-Platz ist ein wunderschöner, oval-runder Platz, der einer der ersten Plätze Anfang des vergangenen Jahrhunderts war, an dem die Straßenbeleuchtung von Gas- in Elektrobetrieb umgewandelt wurde.
Rund um den Platz herrliche alte Häuser - die teilweise rekonstruiert worden sind, da Berlin doch sehr "zusammengebombt" wurde. Leider auch das Haus an der Motzstr. 56 - hier steht heute ein schrecklich hässlich dreckiges Gebäude aus den 50/60er Jahren - doch genau gegenüber, sozusagen der Zwillingsbau erhalten. Da der Platz in seiner Grundstruktur symmetrisch gebaut worden war, und die Adresse Motzstr. 56 ein Eckhaus zum Viktoria-Lusie-Platz ist - konnten wir uns eine gute Vorstellung davon machen, wie Willy (und seine Mutter Dora) gewohnt haben. Wunderschön, sehr privilegiert für damalige Zeiten - Bohemiens!
Willy`s Mutter wird wohl abends, mit langem Kleid, Handschuhen und eventuell einem bestickten Schirm rund um den Platz flaniert sein. Es gab Sitzbänke im Schatten und einen besandetem Weg; die Straßen waren mit Kopfsteinpflaster bedeckt und Pferdedroschken hinterließen ein klapperndes Geräusch. Wohl fuhren die ersten Automobile vor und auch die U-Bahnstation Viktoria-Luise-Platz gab es schon.
Sozusagen vis-à-vis wohnten Erick Kästner, Billy Wilder und auch Bertold Brecht hatte in der Motzstr. für einige Monate sein Heim.
Das Drehbuch für Emil und die Detektive entstand hier aus der Feder des noch jungen Bill Wilder, der gerade aus Wien herüber gezogen war und im gleichnamigen Film jagen Emil und seine Freunde den Dieb Grünbein durch diese Straße. Auch Thomas Mann schaute, sofern er in Berlin war, bei Freunden in der Motzstr. vorbei und verewigte diese in seinem Roman Dr. Faustus.
Der Viktoria-Luise-Platz ist ein wunderschöner, oval-runder Platz, der einer der ersten Plätze Anfang des vergangenen Jahrhunderts war, an dem die Straßenbeleuchtung von Gas- in Elektrobetrieb umgewandelt wurde.
Rund um den Platz herrliche alte Häuser - die teilweise rekonstruiert worden sind, da Berlin doch sehr "zusammengebombt" wurde. Leider auch das Haus an der Motzstr. 56 - hier steht heute ein schrecklich hässlich dreckiges Gebäude aus den 50/60er Jahren - doch genau gegenüber, sozusagen der Zwillingsbau erhalten. Da der Platz in seiner Grundstruktur symmetrisch gebaut worden war, und die Adresse Motzstr. 56 ein Eckhaus zum Viktoria-Lusie-Platz ist - konnten wir uns eine gute Vorstellung davon machen, wie Willy (und seine Mutter Dora) gewohnt haben. Wunderschön, sehr privilegiert für damalige Zeiten - Bohemiens!
Willy`s Mutter wird wohl abends, mit langem Kleid, Handschuhen und eventuell einem bestickten Schirm rund um den Platz flaniert sein. Es gab Sitzbänke im Schatten und einen besandetem Weg; die Straßen waren mit Kopfsteinpflaster bedeckt und Pferdedroschken hinterließen ein klapperndes Geräusch. Wohl fuhren die ersten Automobile vor und auch die U-Bahnstation Viktoria-Luise-Platz gab es schon.
Sozusagen vis-à-vis wohnten Erick Kästner, Billy Wilder und auch Bertold Brecht hatte in der Motzstr. für einige Monate sein Heim.
Das Drehbuch für Emil und die Detektive entstand hier aus der Feder des noch jungen Bill Wilder, der gerade aus Wien herüber gezogen war und im gleichnamigen Film jagen Emil und seine Freunde den Dieb Grünbein durch diese Straße. Auch Thomas Mann schaute, sofern er in Berlin war, bei Freunden in der Motzstr. vorbei und verewigte diese in seinem Roman Dr. Faustus.
Wenn, dann ja ...
wenn nicht, dann nein!
Mit diesem Satz ist Deutschland auf den Punkt gebracht!
Kurz erklärt bedeutet dieser Satz, dass: wenn die Jewish Restitution Successor Organization schon 1954 vorsorglich einen Antrag auf Wiedergutmachungszahlungen auch für die Firma von Ruths Vater gestellt hatte, (was diese Organisation wohlweislich auch für 8000 andere ehemalige jüdische Firmen und Unternehmen getan hat) dann - ja dann, besteht die Möglichkeit, dass Ruth einen Teil des Geldes erhält.
Und wenn diese Organization dies nicht für die Firma Franz D. Steiner & Co. getan hatte, tja - dann geht sie leer aus, weil mittlerweile auch bei den Reparationszahlungen der Satz Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben gilt.
Das ist, kurz gefasst das Ergebnis unseres gestrigen Treffens mit Dr. Ch. Kreutzmüller, dem Leiter des Projektes "Jüdische Klein- Mittelständische Unternehmen in Berlin zwischen 1933-1945" an der Humboldt-Universität Berlin. Das Gespräch war unglaublich informativ und der Herr Doktor nicht nur hilfsbereit, sondern auch noch ausgestattet mit viel Humor und einen exzellenten Englisch, so dass Ruth all ihre Fragen zunächst los werden konnte und auch Antworten erhielt.
Ausgestattet mit einigen Kopien wichtiger Unterlagen, so z.B. die der "Suchliste Berliner jüd. Firmen" aus dem Haus der Wannsee-Konferenz sowie original Unterlagen der Nazis, auf denen irgend so ein Braunhemd mit Bleistift einfache Häkchen hinter die jüdischen Firmen gesetzt hatte, die er entweder arisiert, entjudet oder liquidiert hatte, (Damit ist er wohl täglich zu Eichmann gerannt, um sich sein Lob abzuholen) - hatten wir sein Büro wieder verlassen.
Danach erstmal zu Fassbender & Rausch am Gendarmenmarkt, dass älteste und größte Schokoladenhaus Europas, um bei lecker Kuchen und Cappucino den Kopf wieder klar zu bekommen.
Mit diesem Satz ist Deutschland auf den Punkt gebracht!
Kurz erklärt bedeutet dieser Satz, dass: wenn die Jewish Restitution Successor Organization schon 1954 vorsorglich einen Antrag auf Wiedergutmachungszahlungen auch für die Firma von Ruths Vater gestellt hatte, (was diese Organisation wohlweislich auch für 8000 andere ehemalige jüdische Firmen und Unternehmen getan hat) dann - ja dann, besteht die Möglichkeit, dass Ruth einen Teil des Geldes erhält.
Und wenn diese Organization dies nicht für die Firma Franz D. Steiner & Co. getan hatte, tja - dann geht sie leer aus, weil mittlerweile auch bei den Reparationszahlungen der Satz Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben gilt.
Das ist, kurz gefasst das Ergebnis unseres gestrigen Treffens mit Dr. Ch. Kreutzmüller, dem Leiter des Projektes "Jüdische Klein- Mittelständische Unternehmen in Berlin zwischen 1933-1945" an der Humboldt-Universität Berlin. Das Gespräch war unglaublich informativ und der Herr Doktor nicht nur hilfsbereit, sondern auch noch ausgestattet mit viel Humor und einen exzellenten Englisch, so dass Ruth all ihre Fragen zunächst los werden konnte und auch Antworten erhielt.
Ausgestattet mit einigen Kopien wichtiger Unterlagen, so z.B. die der "Suchliste Berliner jüd. Firmen" aus dem Haus der Wannsee-Konferenz sowie original Unterlagen der Nazis, auf denen irgend so ein Braunhemd mit Bleistift einfache Häkchen hinter die jüdischen Firmen gesetzt hatte, die er entweder arisiert, entjudet oder liquidiert hatte, (Damit ist er wohl täglich zu Eichmann gerannt, um sich sein Lob abzuholen) - hatten wir sein Büro wieder verlassen.
Danach erstmal zu Fassbender & Rausch am Gendarmenmarkt, dass älteste und größte Schokoladenhaus Europas, um bei lecker Kuchen und Cappucino den Kopf wieder klar zu bekommen.
Freitag, 11. März 2011
Auf der Suche nach ...
den Spuren der Familie Tonn in Berlin. Das bin ich seit gestern.
Alles fing vor 5 Jahren ganz harmlos an: ich hatte einen Termin beim israelischen Nationaltheater "HaBima" (hebr.=die Bühne) und lernte dadurch Ruth kennen. Es stellte sich heraus, dass Ruths Mutter aus Köln kam und ihr Herr Papa aus Berlin. Aber besonders von letzterem kannte sie sehr sehr wenig, da Mama und Papa nicht verheiratet waren. Im Grunde genommen hatte Ruth nur zwei Menschen aus ihrer Familie persönlich gekannt: ihre Eltern.
Eher durch Zufall und ohne wirkliche Zielvorstellung begann ich in Deutschland zu recherchieren. Ich fand heraus, dass Ruths Grossvater mütterlicherseits bis 1933 als Rechtsanwalt u.a. für Hermann & Tietz (HERTIE) in Köln gearbeitet hatte, aber aufgrund des Berufsverbotes für Juristen am 31.3.1933 seine Arbeit verlor. Siehe sog. "Mülltag" in Köln). Kurzzeitig war er sogar in "Schutzhaft" genommen worden, die er wohl im EL-DE-Haus verbringen musste.
Hals-über-Kopf musste der RA Dr. Eugen Rosenberg aus Köln fliehen, was er auch mit seiner Tochter (der Mutter von Ruth) und seiner Geliebten (huch!) tat. 1933 ging es erstmal nach Berlin, zu einem Bruder, und einige Monate später nach Palästina.
Dr. Eugen Rosenberg musste fast seinen gesamten Besitz zurück lassen - darunter fiel auch sein wunderschönes, und für die damalige Zeit hochmodernes Bauhaus in Köln Rodenkirchen. Dieses wurde 1928 fertiggestellt und steht heute unter Denkmalschutz.
Ruths Vater dagegen besaß in Berlin eine Firma zur Herstellung pharmazeutischer Produkte auf der Basis von asiatischen Kräutern (oder so!). Die eigentliche Leidenschaft des Vaters war aber seine Studium der chinesischen Sprache, Literatur & chin. Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin. 1939 musste Willy Tonn fliehen, und da nur er ein Visum für China erhalten hatte, blieb seine Mutter Dora in Berlin zurück.
Das war alles, was Ruth über ihren Vater und dessen Familie wusste.
Nach einigen Monaten der Recherche konnte ich Ruth das Schicksal ihrer Großmutter Dora mitteilen - was wirklich kein vergnügen war:
Dora wurde zwischen 1939 und 1941 mehrmals "umgezogen". Aus der großen herrschaftlichen Wohnung in der Motzstr. musste sie zunächst als Untermieterin in die Pariserstr., dann in die Xantenerstr. - dort erhielt sie zum Jahreswechsel 1940 die schriftliche Aufforderung zur Deportation. Unglaublich, aber wahr: den Juden wurde also schriftlich ihr Datum zum Abtransport mitgeteilt und genau aufgelistet, was sie in einem Koffer mitzunehmen haben. Diese Liste fand ich als Kopie im Brandenburgischen Landesarchiv ... und tatsächlich, Dora wurde nach Riga deportiert und dort mit weiteren ca. 30 000 Juden auf einer Lichtung erschossen.
Tja, und jetzt sind wir hier in Berlin und wollen in den kommenden 4 Tagen zum Einen alle Plätze, Orte und Wohnungen erkunden, in oder an denen sich Mitglieder der Familie aufgehalten oder gewohnt haben. Dazu haben wir Termine bei verschiedenen Archiven zur Ansicht von noch vorhandenen Unterlagen bzw. Termine bei Historikern und Zeitzeugen.
Das wird spannend, zumal ich im obigen Text nur bruchstückhaft anreißen konnte, was wir bisher tatsächlich über unsere Recherchen schon heraus gefunden haben. Dies werde ich in den kommenden Beiträgen nachholen!
Alles fing vor 5 Jahren ganz harmlos an: ich hatte einen Termin beim israelischen Nationaltheater "HaBima" (hebr.=die Bühne) und lernte dadurch Ruth kennen. Es stellte sich heraus, dass Ruths Mutter aus Köln kam und ihr Herr Papa aus Berlin. Aber besonders von letzterem kannte sie sehr sehr wenig, da Mama und Papa nicht verheiratet waren. Im Grunde genommen hatte Ruth nur zwei Menschen aus ihrer Familie persönlich gekannt: ihre Eltern.
Eher durch Zufall und ohne wirkliche Zielvorstellung begann ich in Deutschland zu recherchieren. Ich fand heraus, dass Ruths Grossvater mütterlicherseits bis 1933 als Rechtsanwalt u.a. für Hermann & Tietz (HERTIE) in Köln gearbeitet hatte, aber aufgrund des Berufsverbotes für Juristen am 31.3.1933 seine Arbeit verlor. Siehe sog. "Mülltag" in Köln). Kurzzeitig war er sogar in "Schutzhaft" genommen worden, die er wohl im EL-DE-Haus verbringen musste.
Hals-über-Kopf musste der RA Dr. Eugen Rosenberg aus Köln fliehen, was er auch mit seiner Tochter (der Mutter von Ruth) und seiner Geliebten (huch!) tat. 1933 ging es erstmal nach Berlin, zu einem Bruder, und einige Monate später nach Palästina.
Dr. Eugen Rosenberg musste fast seinen gesamten Besitz zurück lassen - darunter fiel auch sein wunderschönes, und für die damalige Zeit hochmodernes Bauhaus in Köln Rodenkirchen. Dieses wurde 1928 fertiggestellt und steht heute unter Denkmalschutz.
Ruths Vater dagegen besaß in Berlin eine Firma zur Herstellung pharmazeutischer Produkte auf der Basis von asiatischen Kräutern (oder so!). Die eigentliche Leidenschaft des Vaters war aber seine Studium der chinesischen Sprache, Literatur & chin. Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin. 1939 musste Willy Tonn fliehen, und da nur er ein Visum für China erhalten hatte, blieb seine Mutter Dora in Berlin zurück.
Das war alles, was Ruth über ihren Vater und dessen Familie wusste.
Nach einigen Monaten der Recherche konnte ich Ruth das Schicksal ihrer Großmutter Dora mitteilen - was wirklich kein vergnügen war:
Dora wurde zwischen 1939 und 1941 mehrmals "umgezogen". Aus der großen herrschaftlichen Wohnung in der Motzstr. musste sie zunächst als Untermieterin in die Pariserstr., dann in die Xantenerstr. - dort erhielt sie zum Jahreswechsel 1940 die schriftliche Aufforderung zur Deportation. Unglaublich, aber wahr: den Juden wurde also schriftlich ihr Datum zum Abtransport mitgeteilt und genau aufgelistet, was sie in einem Koffer mitzunehmen haben. Diese Liste fand ich als Kopie im Brandenburgischen Landesarchiv ... und tatsächlich, Dora wurde nach Riga deportiert und dort mit weiteren ca. 30 000 Juden auf einer Lichtung erschossen.
Tja, und jetzt sind wir hier in Berlin und wollen in den kommenden 4 Tagen zum Einen alle Plätze, Orte und Wohnungen erkunden, in oder an denen sich Mitglieder der Familie aufgehalten oder gewohnt haben. Dazu haben wir Termine bei verschiedenen Archiven zur Ansicht von noch vorhandenen Unterlagen bzw. Termine bei Historikern und Zeitzeugen.
Das wird spannend, zumal ich im obigen Text nur bruchstückhaft anreißen konnte, was wir bisher tatsächlich über unsere Recherchen schon heraus gefunden haben. Dies werde ich in den kommenden Beiträgen nachholen!
Freitag, 4. März 2011
Wir verwechseln da was entscheidendes!
Nicht übertrieben kann man sagen: die Welt schaut gebannt auf die politischen Ereignisse in Nord-Afrika. Ich auch!
Nur scheint es mir, dass die westlichen Medien und auch deren Bevölkerung nicht richtig hinschauen - oder ich den apokalyptischen Blick habe?
ich sage es gleich: die "Freiheitsbewegung" - begonnen in Algier über Tunesien bis hin zum ersten finalen Show-down in Ägypten kann letztendlich in einem 3. Weltkrieg enden. Huch, werden jetzt manche aufschreien. Ich sage auch das gleich: ich hoffe, das meine Bedenken Lügen gestraft werden!
Wir sollten uns klar machen - entgegen den Berichten blinder und bl**der westlicher Journalisten - das weder die (und besonders nicht die) Ägypter, noch die Libyer um oder für Demokratie auf die Straße gehen - und dabei ihr Leben riskieren. Das ist solch ein fataler Irrglaube, von dem ich nicht weiß, ob er absichtlich durch unsere Medien kolportiert wird oder einfach nur Resultat des immer oberflächig werdenden Journalismus geschuldet ist. Denn - bei manchen Journalisten frage ich mich mittlerweile wirklich, ob sie überhaupt einen Hauptschulabschluss haben.
Das Bestreben nach Freiheit mit dem Wunsch nach Demokratie gleichzusetzen, ist eine rein westliche Annahme. Da quatschen westliche Journalisten ihre historische Unwissenheit, ihre Empathielosigkeit genau den Menschen gegenüber, über die sie zu berichten haben (Moslems) und ihre senderabhängigen Dummheiten in jede laufende Kamera. Und das Volk hört zu und nickt und freut sich über die Revolutionsbewegungen im Nahen Osten bzw. Nord-Afrika. (Scheiße nur, das der Benzinpreis so hoch steigt!)
Heute vor zwei Wochen kreuzten ur-plötzlich zwei iranische Kriegsschiffe durch den Suez-Kanal. In den deutschen Medien tauchte diese wichtige Nachricht erst am darauffolgenden Dienstag (im "Heute-Journal") auf. Was haben iranische Kriegsschiffe im Suez-Kanal zu suchen? Unter Mubarak wäre dies undenkbar gewesen? (Nicht das hier einer glaubt, ich wolle einen Despoten verteidigen - ich will nur die ersten Veränderungen formulieren). Die Behauptung der Iraner war: sie wollten nach Syrien schippern - nur bis dahin sind sie gar nicht gefahren.
Klar betrachtet bedeutet dies, dass der Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel nur noch altes Papier ist. Noch sind die Ägypter mit sich selbst, der Revolution und den einhergehenden Veränderungen im eigenen Lande beschäftigt - aber was kommt danach?
Eine Demokratie? Na, wer`s glaubt, wird seelig. Für eine Demokratie gibt es weder in Ägypten noch in Libyen funktionierende Strukturen. Es gibt weder Parteien, noch in sich organisierte und handlungsfähige Gruppierungen, die sich für eine demokratische Wahl aufstellen lassen könnten. Wenn überhaupt organisiert - sind, z.B. in Ägypten die Moslem-Bruderschaft oder andere religiöse Gruppierungen.
Und sogar, wenn es weitere Gruppen gäbe, die eine Art von Struktur, Organisation und Bekanntheit aufweisen könnten - auch solchen geht es doch nicht um Demokratie! Es geht um die Macht und nicht um Freiheit oder geschweige denn Demokratie. Wie verblödet müssen wir denn sein, um zu glauben, dass die erste revolutionsartige Bewegung im Islam; seit seinem Bestehen - direkt in die Demokratie führen kann. Was wäre das denn, nach 1400 Jahren, für ein Quanten-Sprung?
Mubarak - so ein Arsch**ch er auch wirklich war - war er federführend für die Stabilität im Nahen Osten. Was kommt nach ihm? Iranische Bedrohung Israels durch Kriegsschiffe ist erst der Anfang. Als nächstes wird die Grenze zwischen Ägypten und Gaza durchlässig. D.h. - dass die Hamas keine Tunnel mehr bauen muss, um Waffen und anderes Material nach Gaza zu bringen. Die Bedrohung und Beschießung Israels wird zunehmen. Da kann der Ein oder Andere gerne sagen: zu Recht. Ja, auch ich bin gegen Besatzung, aber lasst uns doch das Schauspiel bis zu Ende denken.
Die Hamas bekommt also ihre Waffen und Raketen, der Iran darf ganz ungeniert mit Kriegsschiffen in den Golf von Aqaba (bis vor die Tore Eilat) schippern und in Ägypten, Libyen und (bald auch) Saudi-Arabien kommen die islamischen Extremisten an die Macht. Syrien wird sich freuen, der jordanische König wird seine friedvolle Position nicht halten können und die Hisbollah im Süden Libanons wird nicht mehr nur vom Iran finanziell unterstützt.
Ja, wird der ein oder andere denken: Was geht mich das an? Das ich über solche Denke ungemein ungehalten bin, erübrigt sich eigentlich noch zu erwähnen. Diese typisch deutsche Haltung: jetzt sollen sie doch mal endlich Ruhe geben, die Juden oder ich bin für die Befreiung des palästinensischen Volkes, oder Scheiße, der Benzinpreis ist so hoch, bereitet mir, ohne Übertreibung, tatsächlich körperliche Schmerzen.
Da ich selbst Deutsche bin - aus tiefstem Herzen und mit viel Stolz (Stolz und Kritik widersprechen sich nämlich auch nicht) - schäme ich mich zuweilen sehr. Besonders für das gemütliche, oberflächige und desinteressierte Denken von uns Deutschen. Denn was wird passieren, wenn Israel im Zuge dieser sog. Revolutionen mehr und mehr bedroht wird? Wenn die Hamas und die Hisbollah mit Waffen beliefert werden? Wenn Ägypten die Grenze zu Israel bzw. Gaza nicht mehr stabilisiert und der jordanische König seinen friedvolle Haltung aufgeben muss? Was wird passieren?
Die Amerikaner werden eingreifen müssen! Sie werden handeln müssen: militärisch! Und Deutschland? Deutschland muss sich, wie es leider un-erwachsen die Bundesregierung formuliert, aus der historischen Schuld heraus den Handlungen Amerikas beistehen. (Bezeichnend: den amerikanischen Handlungen wird Deutschland sich an die Seite stellen, nicht den Israelis!)
Das aber - ist nur das kleine Szenario! Das wirklich große Szenario kann sich jeder für sich selbst ausmalen. Malen nach Zahlen ersetzt durch malen nach Kausalen Zusammenhängen!
Ich, für meinen Teil blicke besorgt in die Zukunft.
Nicht um mein eigenes Leben und nicht um einen möglichen Krieg in Europa. Sondern um die Existenz Israels und darüber, ob wir Deutsche unsere soviel gepriesene, formulierte und angewiesene "historische Schuld" tatsächlich eingehen, wenn sie zum ersten Mal tatsächlich gefordert sein wird!
Nur scheint es mir, dass die westlichen Medien und auch deren Bevölkerung nicht richtig hinschauen - oder ich den apokalyptischen Blick habe?
ich sage es gleich: die "Freiheitsbewegung" - begonnen in Algier über Tunesien bis hin zum ersten finalen Show-down in Ägypten kann letztendlich in einem 3. Weltkrieg enden. Huch, werden jetzt manche aufschreien. Ich sage auch das gleich: ich hoffe, das meine Bedenken Lügen gestraft werden!
Wir sollten uns klar machen - entgegen den Berichten blinder und bl**der westlicher Journalisten - das weder die (und besonders nicht die) Ägypter, noch die Libyer um oder für Demokratie auf die Straße gehen - und dabei ihr Leben riskieren. Das ist solch ein fataler Irrglaube, von dem ich nicht weiß, ob er absichtlich durch unsere Medien kolportiert wird oder einfach nur Resultat des immer oberflächig werdenden Journalismus geschuldet ist. Denn - bei manchen Journalisten frage ich mich mittlerweile wirklich, ob sie überhaupt einen Hauptschulabschluss haben.
Das Bestreben nach Freiheit mit dem Wunsch nach Demokratie gleichzusetzen, ist eine rein westliche Annahme. Da quatschen westliche Journalisten ihre historische Unwissenheit, ihre Empathielosigkeit genau den Menschen gegenüber, über die sie zu berichten haben (Moslems) und ihre senderabhängigen Dummheiten in jede laufende Kamera. Und das Volk hört zu und nickt und freut sich über die Revolutionsbewegungen im Nahen Osten bzw. Nord-Afrika. (Scheiße nur, das der Benzinpreis so hoch steigt!)
Heute vor zwei Wochen kreuzten ur-plötzlich zwei iranische Kriegsschiffe durch den Suez-Kanal. In den deutschen Medien tauchte diese wichtige Nachricht erst am darauffolgenden Dienstag (im "Heute-Journal") auf. Was haben iranische Kriegsschiffe im Suez-Kanal zu suchen? Unter Mubarak wäre dies undenkbar gewesen? (Nicht das hier einer glaubt, ich wolle einen Despoten verteidigen - ich will nur die ersten Veränderungen formulieren). Die Behauptung der Iraner war: sie wollten nach Syrien schippern - nur bis dahin sind sie gar nicht gefahren.
Klar betrachtet bedeutet dies, dass der Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel nur noch altes Papier ist. Noch sind die Ägypter mit sich selbst, der Revolution und den einhergehenden Veränderungen im eigenen Lande beschäftigt - aber was kommt danach?
Eine Demokratie? Na, wer`s glaubt, wird seelig. Für eine Demokratie gibt es weder in Ägypten noch in Libyen funktionierende Strukturen. Es gibt weder Parteien, noch in sich organisierte und handlungsfähige Gruppierungen, die sich für eine demokratische Wahl aufstellen lassen könnten. Wenn überhaupt organisiert - sind, z.B. in Ägypten die Moslem-Bruderschaft oder andere religiöse Gruppierungen.
Und sogar, wenn es weitere Gruppen gäbe, die eine Art von Struktur, Organisation und Bekanntheit aufweisen könnten - auch solchen geht es doch nicht um Demokratie! Es geht um die Macht und nicht um Freiheit oder geschweige denn Demokratie. Wie verblödet müssen wir denn sein, um zu glauben, dass die erste revolutionsartige Bewegung im Islam; seit seinem Bestehen - direkt in die Demokratie führen kann. Was wäre das denn, nach 1400 Jahren, für ein Quanten-Sprung?
Mubarak - so ein Arsch**ch er auch wirklich war - war er federführend für die Stabilität im Nahen Osten. Was kommt nach ihm? Iranische Bedrohung Israels durch Kriegsschiffe ist erst der Anfang. Als nächstes wird die Grenze zwischen Ägypten und Gaza durchlässig. D.h. - dass die Hamas keine Tunnel mehr bauen muss, um Waffen und anderes Material nach Gaza zu bringen. Die Bedrohung und Beschießung Israels wird zunehmen. Da kann der Ein oder Andere gerne sagen: zu Recht. Ja, auch ich bin gegen Besatzung, aber lasst uns doch das Schauspiel bis zu Ende denken.
Die Hamas bekommt also ihre Waffen und Raketen, der Iran darf ganz ungeniert mit Kriegsschiffen in den Golf von Aqaba (bis vor die Tore Eilat) schippern und in Ägypten, Libyen und (bald auch) Saudi-Arabien kommen die islamischen Extremisten an die Macht. Syrien wird sich freuen, der jordanische König wird seine friedvolle Position nicht halten können und die Hisbollah im Süden Libanons wird nicht mehr nur vom Iran finanziell unterstützt.
Ja, wird der ein oder andere denken: Was geht mich das an? Das ich über solche Denke ungemein ungehalten bin, erübrigt sich eigentlich noch zu erwähnen. Diese typisch deutsche Haltung: jetzt sollen sie doch mal endlich Ruhe geben, die Juden oder ich bin für die Befreiung des palästinensischen Volkes, oder Scheiße, der Benzinpreis ist so hoch, bereitet mir, ohne Übertreibung, tatsächlich körperliche Schmerzen.
Da ich selbst Deutsche bin - aus tiefstem Herzen und mit viel Stolz (Stolz und Kritik widersprechen sich nämlich auch nicht) - schäme ich mich zuweilen sehr. Besonders für das gemütliche, oberflächige und desinteressierte Denken von uns Deutschen. Denn was wird passieren, wenn Israel im Zuge dieser sog. Revolutionen mehr und mehr bedroht wird? Wenn die Hamas und die Hisbollah mit Waffen beliefert werden? Wenn Ägypten die Grenze zu Israel bzw. Gaza nicht mehr stabilisiert und der jordanische König seinen friedvolle Haltung aufgeben muss? Was wird passieren?
Die Amerikaner werden eingreifen müssen! Sie werden handeln müssen: militärisch! Und Deutschland? Deutschland muss sich, wie es leider un-erwachsen die Bundesregierung formuliert, aus der historischen Schuld heraus den Handlungen Amerikas beistehen. (Bezeichnend: den amerikanischen Handlungen wird Deutschland sich an die Seite stellen, nicht den Israelis!)
Das aber - ist nur das kleine Szenario! Das wirklich große Szenario kann sich jeder für sich selbst ausmalen. Malen nach Zahlen ersetzt durch malen nach Kausalen Zusammenhängen!
Ich, für meinen Teil blicke besorgt in die Zukunft.
Nicht um mein eigenes Leben und nicht um einen möglichen Krieg in Europa. Sondern um die Existenz Israels und darüber, ob wir Deutsche unsere soviel gepriesene, formulierte und angewiesene "historische Schuld" tatsächlich eingehen, wenn sie zum ersten Mal tatsächlich gefordert sein wird!
Sonntag, 20. Februar 2011
Schon, als ich noch Kind war ....
war Gaddafi an der Macht und meine Kindheit ist auch schon ein paar (viele) Tage her.
Es war, um es genau zu sagen, 1975 als ich in Libyen war: in Benghazi!
Damals war mein politisches Verständnis gleich null - aber das etwas anders war im Staate des Grünes Buches, fiel sogar mir schon auf.
Mein Vater war damals für die deutsche Firma Philip Holzmann tätig: Wasseraufbereitungs- bzw. Entsalzungsanlage war einer der Aufträge, an denen sich bis heute deutsche Firmen eine goldene Nase verdienen. Wie auch in Ägypten, in Nigeria, in Nord-Korea und allen anderen Ländern, in denen Despoten und Diktatoren ihr Volk niederknüppeln. Deutsche haben ihr Geld schon immer gut mit diktatorischen Verhältnissen verdient; oder wie war das damals, als die alten militärischen NVA Bestände an die Türkei verkauft wurden - mit denen dann die Kurden niedergeschossen worden sind.
Damals - in Benghazi war das Wetter schön, die Strände waren leider mit Öl-Klumpen versehen: meine Mutter fand das ekelig, aber Gedanken hatte sich keiner gemacht.
Von früh bis spät "schrie" damals schon der Gaddafi auf jedem libyschen Fernsehprogramm seine Parolen aufs analphabetische Volk herab. Ich stand damals als knapp 12jährige auf den Flachdach unseres Wohnhauses und beobachtete, wie unten Hühnern der Kopf abgehackt wurde, Esel mit der Peitsche traktiert und auf dem gegenüberliegenden Dach Frauen beim Wäsche aufhängen einfach so ins Gesicht geschlagen wurde. Wenn sie mich sahen, die Frauen, duckten sie sich weg oder verschwanden. Als würden sie dort nicht wohnen.
Erklärt hat mir das nie jemand. Vielleicht, weil ich das mit dem Frauen-schlagen ja auch aus Deutschland kannte.
Abends waren wir meistens eingeladen - bei irgendeinem Scheich oder Mufti oder wie die da hießen (oder sich selbst nannten). Meistens wollte einer von den Gastgebern mich kaufen, bot meinem Vater 15 Kamele oder eines seiner Schuhgeschäfte in Benghazi an. Gar nicht lustig - kann ich nur sagen! Jedenfalls ab dem Moment nicht mehr, da der eigene Vater sich tatsächlich auf solch einen Handel einlässt. Wenn auch zum Spaß, zu seinem eigenen Vergnügen - wie er später behauptete. Als Kind von 12 Jahren, als pubertierende Tochter hat da der Spaß längst aufgehört und ich behaupte heute, das die überwiegende Anzahl der damaligen Väter, ihre Töchter als Besitz ansahen und mal so einen Ausflug in arabisch-oslamische Verhältnisse sehr genossen hätten.
Was mich damals an Libyen faszinierte, waren die "einfachen"Menschen. Total ehrlich und total vertrauenswürdig. Ich kann mich an den Bäcker gegenüber erinnern, der mir jeden Morgen wegen jedem zu viel bezahltem Piaster nach gerannt ist, als ob er mir 100 Mark zu wenig raus gegeben hätte. An offene Autos kann ich mich erinnern, aus denen niemals etwas entwendet worden ist und an einfach sehr freundliche, interessierte und gastfreundliche Menschen in Libyen kann ich mich erinnern.
Aber - ich kann mich auch erinnern, an Rommel, von dem ich bis dato keinerlei Ahnung hatte.
Der Wüstenfuchs Rommel, in Libyen hochverehrt und mit einem Rommel-Denkmal in der libyschen Wüste verewigt. Ein riesiger Quader, wie eine kleine Festung in deren Mauern die Namen der gefallenen deutschen Wehrmachtssoldaten per Kleinarbeit in einem Mosaik für die Ewigkeit festgehalten. Strange, oder nicht?
Und in der Unendlichkeit der libyschen Wüste, dort wo man glauben könnte, dass außer Steinen und sengender Sonne nichts mehr ist - erhalten Nomaden die "Kartenhäuser" von Rommel und jeden den man trifft, der kein Wort Englisch, geschweige denn Deutsch kann, quittiert den Namen Rommel mit leuchtenden Augen und einem zufriedenen Lächeln.
Es war, um es genau zu sagen, 1975 als ich in Libyen war: in Benghazi!
Damals war mein politisches Verständnis gleich null - aber das etwas anders war im Staate des Grünes Buches, fiel sogar mir schon auf.
Mein Vater war damals für die deutsche Firma Philip Holzmann tätig: Wasseraufbereitungs- bzw. Entsalzungsanlage war einer der Aufträge, an denen sich bis heute deutsche Firmen eine goldene Nase verdienen. Wie auch in Ägypten, in Nigeria, in Nord-Korea und allen anderen Ländern, in denen Despoten und Diktatoren ihr Volk niederknüppeln. Deutsche haben ihr Geld schon immer gut mit diktatorischen Verhältnissen verdient; oder wie war das damals, als die alten militärischen NVA Bestände an die Türkei verkauft wurden - mit denen dann die Kurden niedergeschossen worden sind.
Damals - in Benghazi war das Wetter schön, die Strände waren leider mit Öl-Klumpen versehen: meine Mutter fand das ekelig, aber Gedanken hatte sich keiner gemacht.
Von früh bis spät "schrie" damals schon der Gaddafi auf jedem libyschen Fernsehprogramm seine Parolen aufs analphabetische Volk herab. Ich stand damals als knapp 12jährige auf den Flachdach unseres Wohnhauses und beobachtete, wie unten Hühnern der Kopf abgehackt wurde, Esel mit der Peitsche traktiert und auf dem gegenüberliegenden Dach Frauen beim Wäsche aufhängen einfach so ins Gesicht geschlagen wurde. Wenn sie mich sahen, die Frauen, duckten sie sich weg oder verschwanden. Als würden sie dort nicht wohnen.
Erklärt hat mir das nie jemand. Vielleicht, weil ich das mit dem Frauen-schlagen ja auch aus Deutschland kannte.
Abends waren wir meistens eingeladen - bei irgendeinem Scheich oder Mufti oder wie die da hießen (oder sich selbst nannten). Meistens wollte einer von den Gastgebern mich kaufen, bot meinem Vater 15 Kamele oder eines seiner Schuhgeschäfte in Benghazi an. Gar nicht lustig - kann ich nur sagen! Jedenfalls ab dem Moment nicht mehr, da der eigene Vater sich tatsächlich auf solch einen Handel einlässt. Wenn auch zum Spaß, zu seinem eigenen Vergnügen - wie er später behauptete. Als Kind von 12 Jahren, als pubertierende Tochter hat da der Spaß längst aufgehört und ich behaupte heute, das die überwiegende Anzahl der damaligen Väter, ihre Töchter als Besitz ansahen und mal so einen Ausflug in arabisch-oslamische Verhältnisse sehr genossen hätten.
Was mich damals an Libyen faszinierte, waren die "einfachen"Menschen. Total ehrlich und total vertrauenswürdig. Ich kann mich an den Bäcker gegenüber erinnern, der mir jeden Morgen wegen jedem zu viel bezahltem Piaster nach gerannt ist, als ob er mir 100 Mark zu wenig raus gegeben hätte. An offene Autos kann ich mich erinnern, aus denen niemals etwas entwendet worden ist und an einfach sehr freundliche, interessierte und gastfreundliche Menschen in Libyen kann ich mich erinnern.
Aber - ich kann mich auch erinnern, an Rommel, von dem ich bis dato keinerlei Ahnung hatte.
Der Wüstenfuchs Rommel, in Libyen hochverehrt und mit einem Rommel-Denkmal in der libyschen Wüste verewigt. Ein riesiger Quader, wie eine kleine Festung in deren Mauern die Namen der gefallenen deutschen Wehrmachtssoldaten per Kleinarbeit in einem Mosaik für die Ewigkeit festgehalten. Strange, oder nicht?
Und in der Unendlichkeit der libyschen Wüste, dort wo man glauben könnte, dass außer Steinen und sengender Sonne nichts mehr ist - erhalten Nomaden die "Kartenhäuser" von Rommel und jeden den man trifft, der kein Wort Englisch, geschweige denn Deutsch kann, quittiert den Namen Rommel mit leuchtenden Augen und einem zufriedenen Lächeln.
Iran schickt erstes Kriegsschiff ...
in den Suez-Kanal.
Der frühere ägyptische Mubarak war kein Freund des iranischen Despoten Achmedinedschad, doch kaum hat sich das ägyptische Volk "befreit" - ändern sich auch schon die Umstände. Seit Freitag kreuzt ein iranisches Kriegsschiff im Suez-Kanal - was ohne Erlaubnis der Ägypter unmöglich wäre. Wohin also bewegt sich die ägyptische Politik? Die nächste Frage, die sich stellt ist: wohin will denn das Kriegsschiff und bleibt es bei dem Einen?
Und mal wieder typisch: in deutschen Medien ist hiervon nichts zu lesen!
Mehr Infos gibt es hier.
Der frühere ägyptische Mubarak war kein Freund des iranischen Despoten Achmedinedschad, doch kaum hat sich das ägyptische Volk "befreit" - ändern sich auch schon die Umstände. Seit Freitag kreuzt ein iranisches Kriegsschiff im Suez-Kanal - was ohne Erlaubnis der Ägypter unmöglich wäre. Wohin also bewegt sich die ägyptische Politik? Die nächste Frage, die sich stellt ist: wohin will denn das Kriegsschiff und bleibt es bei dem Einen?
Und mal wieder typisch: in deutschen Medien ist hiervon nichts zu lesen!
Mehr Infos gibt es hier.
Samstag, 12. Februar 2011
Mubarak hat ..
... es entweder eingesehen oder .. schlau/schlimm eingefädelt.
Ich freue mich für das ägyptische Volk - bleibe aber vorsichtig!
Lasst uns erstmal schauen, was nach der berechtigten Freue kommt.
Und da ich nicht als ewig unkende gelten will und mittlerweile weiß:
dass nichts hilft, wenn man es nichts selbst erlebt hat - belassen ich es bei diesen Worten.
Hier noch der link zu SPIEGEL-online
Ich freue mich für das ägyptische Volk - bleibe aber vorsichtig!
Lasst uns erstmal schauen, was nach der berechtigten Freue kommt.
Und da ich nicht als ewig unkende gelten will und mittlerweile weiß:
dass nichts hilft, wenn man es nichts selbst erlebt hat - belassen ich es bei diesen Worten.
Hier noch der link zu SPIEGEL-online
Sonntag, 6. Februar 2011
Wir, und die Presse ..
oder, die Presse und wir.
Ich lebe in einem Land, in dem ich jede Zeitung lesen darf.
Ja, ja - es gab da mal Zeiten in diesem Land in dem ich entweder nicht lesen durfte, was ich wollte, oder - das, was ich lesen wollte nicht publiziert wurde.
Wat bin ich froh - dass diese Zeiten rum sind!
Wirklich?
Die Wahrheit ist - nothing changed! Auf deutsch: alles beim Alten!
Unsere Presse, unsere Informationspolitik ist käuflich, abgestanden und mittlerweile ganz weit weg von der Grundidee der Meinungsfreiheit, dem Recht auf Bildung und Entwicklung.
Alle Politik geht mittlerweile völlig am Volk vorbei. Wir westlichen Nationen sind doch längst so durch-demokratisiert, so dass wir uns emotional wieder finden in einer Diktatur.
Einer Diktatur, die uns vom ersten Atemzug eine Altersfinanzierung vorschreibt. Der Staat will uns ablenken von den Möglichkeiten unseres Daseins, unseren Möglichkeiten und Talenten.
Die Wahrheit ist - das unser Staat uns keine Möglichkeit gibt, außer der, mit der er umgehen kann. Wie also, kann ein Staat wie der unsere - einem anderen Staat eine Vision anbieten?
Wie können wir - die Bürger dieses Staates - überhaupt irgendeine Art des Anspruches stellen - wo wir uns doch, seit mehr als 90 Jahren (jedenfalls im West-Teil, nicht hinter der Deckung hinaus bewegt haben) anderen Ländern Beispiel oder nur Vorbild sein?
Mich nervt echt die große "Fresse" von uns deutschen: West wie Ost.
Im Osten -
wenn sie glauben, den Westlern plötzlich den Kapitalismus erklären zu müssen und alle waren Freiheitskämpfer
und im Westen:
dass alle plötzlich so tun, als sei der Kapitalismus das Glück auf Erden und alle Ostler doof.
Der Osten ist so gut wie der Westen; der Islam so gut wie das Christentum; der Schwarze Mensch wie der Weiße; der Süden wie der Norden, der Jude wie der Atheist und doch: wir sind nicht alle gleich! Gott-bewahre!
Wie langweilig wär` das denn?
Aber das die Presse, jedenfalls die Deutsche, jeden Tag und nichts anderes berichten will, als das: - was schnell und billig (trotz der GEZ-Gebüren) an den Zuschauer gebracht werden muss .... das ist die wirklich moderne Diktatur. Hauptsache die Kohle stimmt.
Ich lebe in einem Land, in dem ich jede Zeitung lesen darf.
Ja, ja - es gab da mal Zeiten in diesem Land in dem ich entweder nicht lesen durfte, was ich wollte, oder - das, was ich lesen wollte nicht publiziert wurde.
Wat bin ich froh - dass diese Zeiten rum sind!
Wirklich?
Die Wahrheit ist - nothing changed! Auf deutsch: alles beim Alten!
Unsere Presse, unsere Informationspolitik ist käuflich, abgestanden und mittlerweile ganz weit weg von der Grundidee der Meinungsfreiheit, dem Recht auf Bildung und Entwicklung.
Alle Politik geht mittlerweile völlig am Volk vorbei. Wir westlichen Nationen sind doch längst so durch-demokratisiert, so dass wir uns emotional wieder finden in einer Diktatur.
Einer Diktatur, die uns vom ersten Atemzug eine Altersfinanzierung vorschreibt. Der Staat will uns ablenken von den Möglichkeiten unseres Daseins, unseren Möglichkeiten und Talenten.
Die Wahrheit ist - das unser Staat uns keine Möglichkeit gibt, außer der, mit der er umgehen kann. Wie also, kann ein Staat wie der unsere - einem anderen Staat eine Vision anbieten?
Wie können wir - die Bürger dieses Staates - überhaupt irgendeine Art des Anspruches stellen - wo wir uns doch, seit mehr als 90 Jahren (jedenfalls im West-Teil, nicht hinter der Deckung hinaus bewegt haben) anderen Ländern Beispiel oder nur Vorbild sein?
Mich nervt echt die große "Fresse" von uns deutschen: West wie Ost.
Im Osten -
wenn sie glauben, den Westlern plötzlich den Kapitalismus erklären zu müssen und alle waren Freiheitskämpfer
und im Westen:
dass alle plötzlich so tun, als sei der Kapitalismus das Glück auf Erden und alle Ostler doof.
Der Osten ist so gut wie der Westen; der Islam so gut wie das Christentum; der Schwarze Mensch wie der Weiße; der Süden wie der Norden, der Jude wie der Atheist und doch: wir sind nicht alle gleich! Gott-bewahre!
Wie langweilig wär` das denn?
Aber das die Presse, jedenfalls die Deutsche, jeden Tag und nichts anderes berichten will, als das: - was schnell und billig (trotz der GEZ-Gebüren) an den Zuschauer gebracht werden muss .... das ist die wirklich moderne Diktatur. Hauptsache die Kohle stimmt.
Ägypten ...
kommt langsam zur Ruhe!
Ich habe zuvor über die "Nord-Afrikanische-Revolution" nicht berichtet bzw. jeglichen persönlichen Kommentar unterlassen, weil ich
1. mich nicht als politische Kommentatorin verstehe
und
2. diesen blog als das sehe, was er ist: über und von und aus Israel. Nichts mehr und nichts anderes.
Außerdem beteilige ich mich ungern an Geschehnissen, die nach Marmelade schreien, aber zum Schluss trocken Brot liefern.
Die politischen Bewegungen in Nord-Afrika, im Nahen Osten und wie es die Journalisten gerne kolportieren: in der gesamten islamischen Welt - sind mit Wohlwollen und gleichzeitig aber auch mit Argus-Augen zu beobachten. Das sich überhaupt das Volk bewegt - ist nennenswert. Aber lassen wir uns doch nicht blenden. Demokratisch-völkische Bewegungen in arabischen Ländern sind doch keinesfalls zu vergleichen mit revolutionären Veränderungen in der sog. westlich-zivilisierten Welt.
So mancher Journalist in den vergangenen 3 Wochen hat es gewagt, die "Revolution" in Tunesien und Ägypten mit der, in den der DDR von 1989 zu vergleichen.
Hallo, frage ich mich da: Alles noch richtig im Kopf?
Da werden doch 1400 Jahre, die religiöse Reformation, das christliche Mittelalter und der europäische Demokratisierungsprozess potz-blitz über den Haufen geworfen. Glaubt wirklich einer, das die arabische Welt von heute auf morgen - sozusagen aus dem Stand - im humanistisch und politischen Jetzt landen könnte?
Im Vergleich wäre das so ungefähr, wie wenn die christliche Welt mitten aus der Hexenverbrennung in die Legalisierung des § 218 geflogen wäre. Oder anders gesagt: zwischen Absolutismus und Demokratie könnte in nur ein Steinwurf liegen.
Und das alle Welt plötzlich so bestürzt tut oder ist über Housni Mubarak - was ein schrecklicher Despot, Herrscher und fast ein kleiner Hitler. Wieder weint die gesamte westliche Welt über all das schlimme was dieser Mubarak tat oder tut. Nun, ich kann da nur sagen: was waren die Strände und Hotels in Sharm el-Sheich und Hurgada so schön und die Sonne schien jeden Tag und das Rote Meer war so blau und so klar ... all die Jahre!
Was für eine verlogene Menschlichkeit! Nein, von verlogener Politik rede ich nicht - denn die (verlogene) Politik hat uns ermöglicht, schnell, kostengünstig und aus einem "Herrenland" nach Ägypten zu reisen. Wer glaubt, das die Politik mache was sie wollen - hat über seine eigenen Ansprüche noch nicht nach gedacht. Denn - die Politik macht was wir wollen: anspruchslos, kostengünstig und sicher überall dort Urlaub zu machen, wo wir gerade wollen.
Das alles hat natürlich einen politischen Preis!
Politik kann immer nur so verlogen sein wie wir selbst mit den Zuständen umgehen.
Und jetzt?
Die Ägypter haben sich beruhigen lassen. Im Grunde haben sie verloren - nichts bewegt! Die Lage hat sich in Kairo beruhigt, sagen die Journalisten, mit einem Aufatmen in der Stimme. Ja, seit ihr denn alle des Wahnsinns - kapiert ihr nicht, dass eine große Chance vorbei ist? Wenn die Ägypter sich jetzt "einlullen" lassen von (so called) demokratischen Gesprächen - hat sich die Sache von Freiheit und Demokratie erledigt. Zeit ist immer ein Faktor von macht-politischen Gruppierungen und nicht von Leidenschaft und Idealismus. Und wenn schon dauernd der hinkende Vergleich mir der friedlichen Revolution von 1989 hinzugezogen wird - dann sollte nicht vergessen werden: die Menschen in der damaligen DDR haben sich mit keinen falschen Versprechen hinhalten lassen.
Und wenn ich mir die deutsche Berichterstattung so (unschuldig) anschaue - muss ich mich leider, nachdem ich ich die Sender CNN, Al Arabia, BBC und teilweise noch Al Jschazira angesehen habe, fragen, von welchen "Klein-Mädchen" Korrespondenzen wir eigentlich informiert werden?
Im deutschen Fernsehen sieht man (nur) wohl gekämmte Reporter die auf irgendwelchen Balkonen stehen und behaupten, dass es ihnen als Journalisten gerade ans Leben ginge. Wir alle Leiden mit ihnen - die Bilder sind verwackelt, der Ton steckt immer irgendwo in der schlechten Leitung - auf CNN aber gibt es klare, saubere live Bilder mitten aus dem umkämpften Tahiri-Platz.
Das selbst die deutsche Journaille längst eine ist, die mit ihrem bequemen demokratischen Hängebauch; bei Bier und anderen Rauschmitteln am Strand eines Despoten-Landes liegt - sollten wir wissen.
Pressefreiheit: Ja? Die Frage ist nur, wie Frei sind noch die Presse-Fuzzies?
And last but not least: Mal wieder Israel.
Alle Welt freut sich über die Aufstände - ob in Ägypten oder Tunesien, es sollen ja auch welche im Jemen, kleine in Gaza und Jordanien gegeben haben. Ja, ja - alle freuen sich: die Europäer liegen des nachts sicher in ihrem Bett und fragen sich: Weshalb freuen sich mal wieder die Israelis nicht?
Ja - weshalb eigentlich nicht. Immer diese Störenfriede!
Mubarak war und ist ein Stabilisator des nahen Ostens. Mit und durch Mubarak hat Israel nicht nur einen Frieden mit Ägypten sondern auch den mit Jordanien erreichen können. Erzähle mir einer, der Sonntagnachmittags in vollem Frieden seinen Kaffee und Kuchen genießen kann, dass er wüßte, was es heißt, dies nicht zu tun! Einer, nur einer - der solle mir schreiben: BNowack@hotmail.com und ich nehme ihn mit nach Israel.
Entschuldigt - aber mir geht das Deutsche Gut-Menschentum so auf die Nerven: besonders von denen, deren Strom aus der Steckdose, Öl aus der Tankstelle und Religion aus Freiheit kommt.
Nicht die arabische Welt ist am Scheideweg - sondern wir. In Afghanistan oder dem Irak hat niemand um unsere "westliche" Hilfe gebeten aber in den letzten Tagen in Ägypten schon.
Und was tun wir? Nichts?
Wir warten auf den Amerikaner.
Pfui, uns selbst.
Ich habe zuvor über die "Nord-Afrikanische-Revolution" nicht berichtet bzw. jeglichen persönlichen Kommentar unterlassen, weil ich
1. mich nicht als politische Kommentatorin verstehe
und
2. diesen blog als das sehe, was er ist: über und von und aus Israel. Nichts mehr und nichts anderes.
Außerdem beteilige ich mich ungern an Geschehnissen, die nach Marmelade schreien, aber zum Schluss trocken Brot liefern.
Die politischen Bewegungen in Nord-Afrika, im Nahen Osten und wie es die Journalisten gerne kolportieren: in der gesamten islamischen Welt - sind mit Wohlwollen und gleichzeitig aber auch mit Argus-Augen zu beobachten. Das sich überhaupt das Volk bewegt - ist nennenswert. Aber lassen wir uns doch nicht blenden. Demokratisch-völkische Bewegungen in arabischen Ländern sind doch keinesfalls zu vergleichen mit revolutionären Veränderungen in der sog. westlich-zivilisierten Welt.
So mancher Journalist in den vergangenen 3 Wochen hat es gewagt, die "Revolution" in Tunesien und Ägypten mit der, in den der DDR von 1989 zu vergleichen.
Hallo, frage ich mich da: Alles noch richtig im Kopf?
Da werden doch 1400 Jahre, die religiöse Reformation, das christliche Mittelalter und der europäische Demokratisierungsprozess potz-blitz über den Haufen geworfen. Glaubt wirklich einer, das die arabische Welt von heute auf morgen - sozusagen aus dem Stand - im humanistisch und politischen Jetzt landen könnte?
Im Vergleich wäre das so ungefähr, wie wenn die christliche Welt mitten aus der Hexenverbrennung in die Legalisierung des § 218 geflogen wäre. Oder anders gesagt: zwischen Absolutismus und Demokratie könnte in nur ein Steinwurf liegen.
Und das alle Welt plötzlich so bestürzt tut oder ist über Housni Mubarak - was ein schrecklicher Despot, Herrscher und fast ein kleiner Hitler. Wieder weint die gesamte westliche Welt über all das schlimme was dieser Mubarak tat oder tut. Nun, ich kann da nur sagen: was waren die Strände und Hotels in Sharm el-Sheich und Hurgada so schön und die Sonne schien jeden Tag und das Rote Meer war so blau und so klar ... all die Jahre!
Was für eine verlogene Menschlichkeit! Nein, von verlogener Politik rede ich nicht - denn die (verlogene) Politik hat uns ermöglicht, schnell, kostengünstig und aus einem "Herrenland" nach Ägypten zu reisen. Wer glaubt, das die Politik mache was sie wollen - hat über seine eigenen Ansprüche noch nicht nach gedacht. Denn - die Politik macht was wir wollen: anspruchslos, kostengünstig und sicher überall dort Urlaub zu machen, wo wir gerade wollen.
Das alles hat natürlich einen politischen Preis!
Politik kann immer nur so verlogen sein wie wir selbst mit den Zuständen umgehen.
Und jetzt?
Die Ägypter haben sich beruhigen lassen. Im Grunde haben sie verloren - nichts bewegt! Die Lage hat sich in Kairo beruhigt, sagen die Journalisten, mit einem Aufatmen in der Stimme. Ja, seit ihr denn alle des Wahnsinns - kapiert ihr nicht, dass eine große Chance vorbei ist? Wenn die Ägypter sich jetzt "einlullen" lassen von (so called) demokratischen Gesprächen - hat sich die Sache von Freiheit und Demokratie erledigt. Zeit ist immer ein Faktor von macht-politischen Gruppierungen und nicht von Leidenschaft und Idealismus. Und wenn schon dauernd der hinkende Vergleich mir der friedlichen Revolution von 1989 hinzugezogen wird - dann sollte nicht vergessen werden: die Menschen in der damaligen DDR haben sich mit keinen falschen Versprechen hinhalten lassen.
Und wenn ich mir die deutsche Berichterstattung so (unschuldig) anschaue - muss ich mich leider, nachdem ich ich die Sender CNN, Al Arabia, BBC und teilweise noch Al Jschazira angesehen habe, fragen, von welchen "Klein-Mädchen" Korrespondenzen wir eigentlich informiert werden?
Im deutschen Fernsehen sieht man (nur) wohl gekämmte Reporter die auf irgendwelchen Balkonen stehen und behaupten, dass es ihnen als Journalisten gerade ans Leben ginge. Wir alle Leiden mit ihnen - die Bilder sind verwackelt, der Ton steckt immer irgendwo in der schlechten Leitung - auf CNN aber gibt es klare, saubere live Bilder mitten aus dem umkämpften Tahiri-Platz.
Das selbst die deutsche Journaille längst eine ist, die mit ihrem bequemen demokratischen Hängebauch; bei Bier und anderen Rauschmitteln am Strand eines Despoten-Landes liegt - sollten wir wissen.
Pressefreiheit: Ja? Die Frage ist nur, wie Frei sind noch die Presse-Fuzzies?
And last but not least: Mal wieder Israel.
Alle Welt freut sich über die Aufstände - ob in Ägypten oder Tunesien, es sollen ja auch welche im Jemen, kleine in Gaza und Jordanien gegeben haben. Ja, ja - alle freuen sich: die Europäer liegen des nachts sicher in ihrem Bett und fragen sich: Weshalb freuen sich mal wieder die Israelis nicht?
Ja - weshalb eigentlich nicht. Immer diese Störenfriede!
Mubarak war und ist ein Stabilisator des nahen Ostens. Mit und durch Mubarak hat Israel nicht nur einen Frieden mit Ägypten sondern auch den mit Jordanien erreichen können. Erzähle mir einer, der Sonntagnachmittags in vollem Frieden seinen Kaffee und Kuchen genießen kann, dass er wüßte, was es heißt, dies nicht zu tun! Einer, nur einer - der solle mir schreiben: BNowack@hotmail.com und ich nehme ihn mit nach Israel.
Entschuldigt - aber mir geht das Deutsche Gut-Menschentum so auf die Nerven: besonders von denen, deren Strom aus der Steckdose, Öl aus der Tankstelle und Religion aus Freiheit kommt.
Nicht die arabische Welt ist am Scheideweg - sondern wir. In Afghanistan oder dem Irak hat niemand um unsere "westliche" Hilfe gebeten aber in den letzten Tagen in Ägypten schon.
Und was tun wir? Nichts?
Wir warten auf den Amerikaner.
Pfui, uns selbst.
Sonntag, 16. Januar 2011
Von Null auf Hundert
Meine letzte Reise nach Israel (23.12.2010 - 6.01.2011) hat mir diesmal nicht mehr als zwei Blog-Beiträge abgerungen. Ärmlich - ich weiß, doch "How comes?"
Einerseits meine persönliche Erschöpfung nach einem sehr arbeitsreichem Jahr und andererseits das Gefühl: nothing really changed.
Mein Blog soll zwar einerseits von allem Möglichen und Unmöglichen berichten - doch immer habe ich das Ziel, die Zukunft im Visier. Den Frieden. Für alle - für beide: Israelis wie Palästinenser.
Was ich aber auch bei dieser Reise wieder gesehen habe: Israel entwickelt sich wie verrückt, in einer Geschwindigkeit, da würde uns "good old" Europäern ganz schummrig dabei werden. Israel ist bemerkenswert offen, schnell und hat Visionen. Israel ist eines der modernsten Länder der Welt, die Menschen sind gebildet, offen und leben kraftvoll eine Vision, von der wir nur träumen können. Mit den Israelis Schritt halten zu wollen, gleicht einem Hundeschlittenrennen ohne Hunde. Sagenhaft, Atemberaubend und völlig Faszinierend wie sich dieses Land in den vergangenen 60 Jahren von null auf Hundert entwickelt hat.
Doch nicht entwickelt haben sich die Palästinenser: seit ich diese Region bereise, seit knapp 25 Jahren haben sich die Palästinenser kaum bewegt. Nicht aus ihrer Opfer-Rolle heraus (eher hinein), nicht gebildet, nicht aufgeklärt - weder dem Westen hin noch dem Osten weg .. auf Deutsch: sie werfen ihren Müll immer noch vor die Haustür und machen hierfür die Juden, die Israelis und wenn alles nicht reicht, den Westen, die Christen, die Amis oder die Imperialisten verantwortlich. Irgendeinen Schuldigen werden sie schon treffen - das Hornberger Schießen der Palästinenser.
Es tut weh, ein Volk sich seiner Chancen selbst berauben zu sehen und es tut weh, ein Volk permanend beschuldigt zu sehen.
Einerseits meine persönliche Erschöpfung nach einem sehr arbeitsreichem Jahr und andererseits das Gefühl: nothing really changed.
Mein Blog soll zwar einerseits von allem Möglichen und Unmöglichen berichten - doch immer habe ich das Ziel, die Zukunft im Visier. Den Frieden. Für alle - für beide: Israelis wie Palästinenser.
Was ich aber auch bei dieser Reise wieder gesehen habe: Israel entwickelt sich wie verrückt, in einer Geschwindigkeit, da würde uns "good old" Europäern ganz schummrig dabei werden. Israel ist bemerkenswert offen, schnell und hat Visionen. Israel ist eines der modernsten Länder der Welt, die Menschen sind gebildet, offen und leben kraftvoll eine Vision, von der wir nur träumen können. Mit den Israelis Schritt halten zu wollen, gleicht einem Hundeschlittenrennen ohne Hunde. Sagenhaft, Atemberaubend und völlig Faszinierend wie sich dieses Land in den vergangenen 60 Jahren von null auf Hundert entwickelt hat.
Doch nicht entwickelt haben sich die Palästinenser: seit ich diese Region bereise, seit knapp 25 Jahren haben sich die Palästinenser kaum bewegt. Nicht aus ihrer Opfer-Rolle heraus (eher hinein), nicht gebildet, nicht aufgeklärt - weder dem Westen hin noch dem Osten weg .. auf Deutsch: sie werfen ihren Müll immer noch vor die Haustür und machen hierfür die Juden, die Israelis und wenn alles nicht reicht, den Westen, die Christen, die Amis oder die Imperialisten verantwortlich. Irgendeinen Schuldigen werden sie schon treffen - das Hornberger Schießen der Palästinenser.
Es tut weh, ein Volk sich seiner Chancen selbst berauben zu sehen und es tut weh, ein Volk permanend beschuldigt zu sehen.
Montag, 10. Januar 2011
Katzav wartet auf das Urteil
Was für eine Schande, sagen die Israelis über ihren früheren Staatspräsidenten Mosche Katzav, der nun der Vergewaltigung in mehreren Fällen für schuldig befunden wurde. Das Urteil steht noch aus: irgendwas zwischen 4 und 16 Jahre wird der gebürtige Iraner hinter schwedischen Gardinen verbringen müssen.
Die heutige Ausgabe der Jerusalem Post bringt es auf den Punkt:
Mit freundlicher Genehmigung der JP
Die heutige Ausgabe der Jerusalem Post bringt es auf den Punkt:
Mit freundlicher Genehmigung der JP
Samstag, 8. Januar 2011
Einseitige und falsche Dokumentation
PHOENIX ist eigentlich ein Sender den ich sehr schätze: gute Reiseberichte, Länderinfos und Dokumentationen. Eigentlich - doch jetzt hat PHOENIX eine vierteilige Dokumentation über den Wasserhaushalt im Nahen Osten gezeigt, der hat mir doch die Schuhe ausgezogen.
Bekannt ist, dass zukünftige Kriege nicht mehr um Land, Geld und Ruhm (oder anderen UNsinn) ausgetragen werden - sondern um Wasser. Da ist das Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer keine Ausnahem - aber in einer teuren Dokumentation, gesendet zur besten Sendezeit zu behaupten, dass die Isarelis Wasser verschwenden würden - u.a. weil Wasser für Landwirte in Israel kostengünstiger sei, ist eine bodenlose Frechheit und hat wohl nichts anderes zum Ziel, als Israel zu diffamieren und die Palästinenser weiterhin als Opfer darzustellen.
Noch in der vergangenen Woche (Januar 2011) war ich auf der West-Bank unterwegs, eine Woche zuvor hatte ich schon Bethlehem, Beit Jalla und Hebron besucht. Um es kurz zu sagen: Israel wie auch das palästinensische Autonomiegebiet leidet unter extremem Wassermangel - der See Genezareth (der Wasserspeicher der Region) hat in diesem Jahr auf einer Gesamtfläche von 165 qkm einen Verlust von 5 Meter zu verzeichnen. Das sind in diesem Jahr ca. 825 Millionen weniger Wasser als noch im Vorjahr. Die Israelis stellen sich diesem Problem schon seit der Staatsgründung und versuchen u.a. den Negev zu begrünen, sie bauen Entsalzungsanlagen und Kläranlagen. Mit Wasser wird im Heiligen Land umgegangen wie mit Goldstaub: Alles, nur keine Verschwendung. Und Autos, wie der Palästinenser zu Anfang des Ersten Teiles unkommentiert behaupten darf, werden in Israel nicht gewaschen. Hierfür ist das Wasser viel zu Kostbar.
Geflissentlich verschwiegen wird in der genannten Dokumentation, dass die Israelis palästinensischen Dörfern und Städten auf der West-Bank angeboten haben, durch Kläranlagen mitversorgt werden - unentgeltlich! Die jeweiligen Bürgermeister waren zunächst ganz begeistert - sagten dann aber Tage später ab. Weshalb? Da kamen mal kurz Vertreter der Hamas vorbei, hoben den militanten Zeigefinger und vorbei war es mit einer palästinensisch-israelischen Zusammenarbeit.
Aber seht selbst - hier der erste Teil. Weitere Teile können auf youtube bestaunt werden.
Bekannt ist, dass zukünftige Kriege nicht mehr um Land, Geld und Ruhm (oder anderen UNsinn) ausgetragen werden - sondern um Wasser. Da ist das Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer keine Ausnahem - aber in einer teuren Dokumentation, gesendet zur besten Sendezeit zu behaupten, dass die Isarelis Wasser verschwenden würden - u.a. weil Wasser für Landwirte in Israel kostengünstiger sei, ist eine bodenlose Frechheit und hat wohl nichts anderes zum Ziel, als Israel zu diffamieren und die Palästinenser weiterhin als Opfer darzustellen.
Noch in der vergangenen Woche (Januar 2011) war ich auf der West-Bank unterwegs, eine Woche zuvor hatte ich schon Bethlehem, Beit Jalla und Hebron besucht. Um es kurz zu sagen: Israel wie auch das palästinensische Autonomiegebiet leidet unter extremem Wassermangel - der See Genezareth (der Wasserspeicher der Region) hat in diesem Jahr auf einer Gesamtfläche von 165 qkm einen Verlust von 5 Meter zu verzeichnen. Das sind in diesem Jahr ca. 825 Millionen weniger Wasser als noch im Vorjahr. Die Israelis stellen sich diesem Problem schon seit der Staatsgründung und versuchen u.a. den Negev zu begrünen, sie bauen Entsalzungsanlagen und Kläranlagen. Mit Wasser wird im Heiligen Land umgegangen wie mit Goldstaub: Alles, nur keine Verschwendung. Und Autos, wie der Palästinenser zu Anfang des Ersten Teiles unkommentiert behaupten darf, werden in Israel nicht gewaschen. Hierfür ist das Wasser viel zu Kostbar.
Geflissentlich verschwiegen wird in der genannten Dokumentation, dass die Israelis palästinensischen Dörfern und Städten auf der West-Bank angeboten haben, durch Kläranlagen mitversorgt werden - unentgeltlich! Die jeweiligen Bürgermeister waren zunächst ganz begeistert - sagten dann aber Tage später ab. Weshalb? Da kamen mal kurz Vertreter der Hamas vorbei, hoben den militanten Zeigefinger und vorbei war es mit einer palästinensisch-israelischen Zusammenarbeit.
Aber seht selbst - hier der erste Teil. Weitere Teile können auf youtube bestaunt werden.
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