1. Lektion:
Der Hebräischen Sprache sitzt nicht der bekannte Schalk - nein, eher die Bosheit in jedem Wort, denn sie kommt, hat man mal die Buchstaben, das rechts-nach-links Lesen sowie das Lesen ohne Vokale gelernt, zunächst ganz einfach und harmlos daher. Schnell kann man nach der Uhrzeit, dem nächsten Bus oder einem Kaffee in einem Bistro fragen. Aber kaum hat man Hoffnung geschöpft die Sprache alsbald zu beherrschen, zeigen sich die Untiefen, die grammatikalischen Ausnahmen, der ach so fremde Syntax und nicht zu vergessen: die für unser Mitteleuropäisches Mundwerk kaum auszusprechenden Buchstabenfolgen. Je mehr hebräisch man kann, umso weniger versteht man. Zuweilen ist das reinste Zungenakrobatik.
Bgnen wr gnz vn vrn!
Hallo, ich erbitte mir keinerlei Beschwerden, nur weil die obigen Worte unvollständig geschrieben sind. So ungefähr muss man sich die hebräische Schreibweise vorstellen: die meisten Vokale werden einfach weggelassen. Punkt. Keine Wiederrede! Und Doppelkonsonaten gibt es auch nicht.
Abgesehen davon, dass diese Art der schriftlichen Wiedergabe anstrengend und für ungeübte Leser fast unmöglich ist zu lesen, hat es auch Vorteile: es ist enorm platzsparend. Aus den dicken Schinken "Anna Karenina" und "Die Bibel" werden so dünne Taschenbücher.
Wie die Israeliten vor einigen Tausend Jahren auf die Idee kamen, die Vokale einfach wegzulassen, kann ich leider nicht erklären. Einer der Gründe könnte gewesen sein, dass damals das Paphyrus nicht gerade in rauen Mengen zur Verfügung stand und tatsächlich aus Platzgründen auf sie verzichtet wurden. Denn - gesprochen werden sie ja!
Kann aber auch sein, dass der Grund hierfür buchstäblich von oben kam. Als Moses die 10 Gebote auf dem Berg Sinai empfing, musste es wahrscheinlich mal wieder schnell gehen (von der Ungeduld habe ich ja schon berichtet) - immerhin warteten am Fuße des Berges knapp 40.000 Menschen und wollten endlich nach Ka`anan, in das Land indem Milch und Honig geflossen sein sollen. Sicherlich hatten sich die Juden schon damals lautstark bemerkbar gemacht: Ani rotzeh, rotzeh, rotzeh. Da dachte sich Gott vielleicht: "Sch**ß der Hund drauf!" - und ließ die Vokale einfach weg. Zack - waren die 10 Gebote auf den zwei Steintafeln geschrieben und Moses konnte wieder vom Berg runter klettern. So, oder anders wird es gewesen sein - da bin ich mir ganz sicher.
Zurück zu dieser Sprache, die so unglaublich schön klingt - sofern ich sie nicht selbst spreche!
Ich fasse zusammen: es wird von rechts nach links gelesen, Vokale und Doppelkonsonanten werden nicht geschrieben, Umlaute gibt es auch nicht (na ja, wer braucht die schon?) - dafür gibt es viele "ch"-Laute oder gar Buchstabenfolgen, wie folgende "bg". So, bitte einmal laut aussprechen: "bgadim" = Kleidung.
Bis zum nächsten Posting asuwending lernen!
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