Montag, 30. November 2009

Ich glotz TV ...

Israels Fernsehlandschaft ist zum Gähnen. Der einzige, der von den Sendungen in Isarel sicherlich begeistert wäre, wäre Bruce Darnell: "Drama, Baby, Drama!"

Via Kabel kann man in Israel an die Hundert oder mehr Fernsehsender aus aller Welt empfangen: angefangen von BBC, Sky-news über diverse amerikanische Sender bis hin zu Jordan-TV, Al-Dsashira in arabisch ud englisch, France TV und dem Sender ESP aus Spanien. Dazu Eurosport (englisch) und Sender aus Dubai, Ägypten, der Türkei, Syrien, Saudi-Arabien u.s.w.
Die israelischen Sender belaufen sich auf ca. 20 bis 25, so genau kann ich das nciht sagen, weil die russischen Juden in Israel soviel eigene Sender haben, in denen nur russisch gesprochen wird, es aber auch noch Sender aus Russland selbst gibt. Einigen wir uns einfach auf 22 Sender, okay.
Davon sind 4 Sender staatlich - wie bei uns ZDF und ARD, aber ich glaube kaum, dass in deren Statuen ein Bildungsauftrag festgeschrieben ist. Permaned laufen entweder hochdramatische Reportagen oder hochdramatische Diskussionsrunden. Hin und wieder mal eine Soap-opera, aber auch die ist hochdamatisch. Tatsächlich - Bruce hätte seine reine Freude.
Zappt man zwischen diesen Sendern hin und her, beschleicht einen der Eindruck, dass die Isarelis ohne Drama nicht leben können. Haben und hatten sie denn nicht schon genug Drama: Holocaust, unzählige Kriege, Terroranschläge, Anti-Semitismus und und und...
Leichtigkeit bzw. reine Unterhaltung gibt es nicht - zudem werden diese hochdramatischen Reportagen und Diskussionsrunden unzählige Male wiederholt. Man schaltet den Fernseher ein - und sieht so oft das selbe, dass man sich fragt: Haben wir eigentlich noch gestern?
Nachrichtensendungen gibt es ab 17 Uhr so gut wie jede Stunde und dauern (gefühlt) stundenlang. In solchen Sendungen werden bewegte Bilder auch mehrmals hintereinander gezeigt: ein Verbrecher wird von der Polizei unter live-Bldern verhaftet. Das zeigen sie dann nicht einmal, nein mindestens vier oder fünfmal. Keine Ahnung weshalb - vielleicht, damit die Sendungen auch tatsächlich (gefühlt) stundenlang dauert.

Der Großteil der Isarelis schaut sich die amerikansichen Filme, Soaps und Talk-Shows auf den privaten Sendern an. Da wird, verzeiht, aber auch jeder Quatsch, der in Ami-Land produziert wird, über den Äther geschickt. Reinstes Verblödungs-Fernsehen, von Kultur und Bildung auch hier keine Spur. Hin und wieder zeigen sie gar einen Deutschen Film, so hatten z.b. "Die Blechtrommel" (vor Jahren) und "Das Leben der anderen" in Israel großen Erfolg. Besonders auf letzteren wird man in Israel als Deutsche oft angesprochen - der hat Eindruck hinterlassen.

Was mir am israelischen Fernsehen gefällt, sind:
1. die Kochsendungen! Die Koch-Show-Krankheit ist auch in Israel ausgebrochen. Nur wird hier nicht wie bei uns irgendwie stumpfsinnig vor sich hingekocht, sondern das Kochen und die Rezepte werden meist mit Menschen und ihrer Geschichte verbunden. Sehr sehr interessant.
2. Alle Filme, egal aus welchem Land sie stammen, werden in der Originalsparche mit hebräischen, russischen und zuweilen sogar arabischen Untertiteln gezeigt. Kein Wunder also, dass die meisten Israelis hervorragend englisch sprechen. Auch mir hilft das, denn wenn ich einen englisch (oder deutschen) Film schaue, kann ich die hebräischen Untertitel mitlesen und lerne enorm viel dazu.
3. Liebe ich das israelische Kinderfernsehen - weil es einerseits wirklich lustig und sehr informativ gemacht ist und es dazu noch mein Selbstbewußtsein hebt, denn: ich verstehe das Meiste! Und - es ist gänzlich ohne Drama.

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