Sonntag, 10. Januar 2010

Ab heute laufen die Tage rückwärts ...

... und vorwärts liegt mein Heimflug!
Ich will wirklich nicht klagen - noch habe ich 3 Wochen bis zum meiner Rückkehr nach Deutschland - aber einer gewissen auftretenden Trauer kann ich mich nicht erwehren. Besonders nicht, weil ich mittlerweile täglich darauf angesprochen werde:
von Jossi, dem Verkäufer im Kiosk, in dem ich immer meine Zigartten kaufe (ja, ich rauche immer noch!) und der mir zu jeder single Schachtel ein Feuerzeig schenkt, so dass ich nun selbst schon einen Feuerzeighandel betreiben könnte.
von Ruti, der Nanny von Neta & Yoram, bei der ich immer esse, wenn ich selbst zufaul zum kochen bin,
von Avi, dem Hausmeister in der Schule, der mich morgens mit einem hinreißenden zahnlosen Lächeln begrüßt und mir vor ein paar Wochen sagte, ich hätte so eine schöne Handschrift im hebräischen,
von Aviran & Gadi, dem schwulen Ehepaar aus Tel Aviv, die gerade jetzt - just in diesem Moment - in Los Angeles mit ihrem ersten Sohn Tomer in einem Kreissaal sitzen und auf die Ankunft ihrer Zwillinge warten,
von Heidrun, mit der ich jeden Morgen in der Schule klöne, richtig gut lachen kann und die mich immer in die Seite bufft (Weshalb eigentlich?),
und von ... Nitzan, Iris, Ruti, Elli, Carmel, Shulamit, Noa, der Frau von der Post, Na`am, Pedro, Elaine, dem Wachmann vom Supermarkt, Offer, Suni, Daniel, David, Marianne, Nili,Michal, Oren, Peleg, Inbar, Linor, Pascal, Runit, Galia, der Kassiererin an der Tankstelle, Paul, Gil, Yehuda, Sheiky, den palästinensischen Buben, die immer die Einkaufswagen einsammeln und mir dabei immer ein Lächeln geschenkt haben, Ilana, Zippy und alle, die ich jetzt hofentlich nciht vergessen habe!

Ich hasse nichts mehr als Pathos. Und genau deshalb erlaube ich mir folgendes zu behaupten: es wird wohl kein Land auf der Erde geben, indem der Mensch (der noch Mensch ist) so mit Sympathie und Liebe getränkt wird, dem eine solche uneingeschränkte Hilfsbereitschaft zuteil wird und dem seine Individualität so gelassen wird, wie sie ihm "der Herrgott" mitgegeben hatte, wie in Israel!
Ob aller Bedrohung, ob aller Zerissenheit und Eile, die in Israel vorherrscht - ob aller millitärischen Notwendigkeiten, aller unverkennbaren Zweifel am eigenen Tun, ob aller Probleme und Angriffe der Welt gegen Israel; ob aller Wachmänner, Sicherheitsmaßnahmen und sogar ob all der schlechten Autofahrer in Israel - ob allem "herrscht" hier die Wärme ... und nicht nur die von oben!

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