Manche Menschen wohnen buchstäblich am "Arsch der Welt" - und in Israel sind sie dabei noch von "Feinden" umgeben.
Am Freitagmorgen sind wir zu einem Ausflug in den Norden Israels, genauer: nach Metulla aufgebrochen. Dort wohnt eine alte Dame, Marianne, ehemals Berlinerin,die inihrem hohen Alter von 80 Jahren von Haifa nach Metulla - zu ihrer Tochter - gezogen ist und die wir besuchen wollten.
Der Ort Metulla hat ca. 2000 Einwohner und liegt direkt an den Grenzen zum Libanon und Syrien. Jede Strasse in Metulla endet irgendwann an einem Zaun: Einbahnstraße, danach ist kein weiterkommen und auf der anderen Seite des Zaunes stehen dicht die Häuser einer libanesischen Stadt. Alles nur ein Steinwurf entfernt und fast können sich die "Feinde" gegenseitig in die Wohnzimmer blicken. Den schneebedeckten Berg Hermon kann man bei guter Sicht sehen und die Golan-Höhen erheben sich im Osten beeindruckend in die Höhe.
Die Landschaft ist unglaublich schön: hohe Berge, deren Kuppeln über der Baumgrenze liegen und von der Ferne wie Kamelhöcker ausschauen. Dazwischen grünt und blüht es, für diese Jahrezeit ganz ungewöhnlich, aber durch den vielen Regen, der im Norden gefallen ist und die herzerfrischende Sonne kein Wunder. Dennoch liegt der See Genezareth, der Wasserspeicher Israels in diesem Jahr 6 Meter unter seinem durchschnittlichen Level, was im kommendem Sommer sicherlich zu Problemen in der Waserversorgung führen wird. (Als hätte die Region nicht schon genug andere Probleme).
Eigentlich wollten wir in Metulla übernachten, haben uns aber aus - ich sage es offen - hygienischen Gründen kurzerhand anders entschieden und sind noch gestern Abend im stockdunkeln über kleine Nebenstraßen getuckert: Immer auf der Suche nach einer geeigenten Übernachtungsmöglichkeit. Und als wir uns schon im Auto übernachten sahen, rief der Engel Neta an - als sie von unserem Problem hörte, hängte sie sich ans Telefon, rief 5 Minuten später wieder an und hatte uns ein Zimmer in einem Kibbutz-Hotel organsiert. Etwas, was am Wochenende nicht so einfach ist, da auch die Israelis gerne verreisen und da sie das nicht ins Ausland können, tun sie dies natürlich gerne im eigenen Land.
Nun denn, wir sind hier in einem wahren Luxushotel gelandet: in Mitten eines Naturschutzgebietes, hoch über dem See Genezarteth (hebr.: Kinneret). Und das schönste und beste an diesem Hotel ist das Badezimmer!! Bei aller Liebe zu diesem Land sind gerade die Badezimmer zuweilen der reinste Hygiene-Horror und können als bakterienreiche Nasszelle betitelt werden. Das Badezimmer unseres Hotelzimmer hat sogar eine Badewanne - Mensch, wie habe ich das genossen nach mehr als 2 Monaten mal wieder zu baden. Einfach herrlich!
Der Kibbutz heißt übrigens "HaGoschrim" - (= Die Brücken) und wurde 1943 gegründet. Das Land dazu wurde von der jüdischen Keren Kayemet Foundation einem syrischen Emir abgekauft.
Wir fahren nun weiter über die Golan-Höhen, direkt an der syrisch-jordanischen Grenze entlange gen Süden. Sollte da Wetter so bleiben wie jetzt: klarer Himmel und Sonne, werden wir sogar die syrische Hauptstadt Damaskus sehen können.
Shabbat Shalom
Samstag, 2. Januar 2010
Luxuriös von "Feinden" umgeben
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