Wie knüpfen Israelis Kontakte? Ganz einfach: sie knüpfen sie.
In einem Buchladen vor zwei Wochen: meine Mutter und ich stöbern uns durch die Bücher und unterhalten uns dabei. Ich übersetze ihr den ein oder anderen Buchtitel, als uns plötzlich eine Dame um die sechzig auf deutsch anspricht:
"Wie wundervoll ist das denn, Sie sprechen deutsch!"
Zunächst sind wir natürlich ein wenig verdutzt, denn das Wort wundervoll in Israel in Bezug auf die Deutsche Sprache zu hören, ist auch nicht gerade alltäglich.
Ähm, ja, was könnten wir antworten, wir lächeln beide etwas betreten.
"Wissen Sie," fährt die Dame fort, "die Jecken sterben ja langsam aus in Israel und nun ist niemand mehr da, mit dem man noch deutsch sprechen könnte!"
Ihr leichter Akzent lässt vermuten, dass deutsch nicht wirklich ihre Muttersprache ist. Wir lächel nimmer noch etwas betreten.
"Sie müssen mich unbedingt besuchen kommen!" Ach ja? Und wie sie ihr Handy aus der Tasche zieht, um mir ihre Telefonnummer zu geben, plappert sie munter drauf los und erzählt uns, dass sie vor 30 Jahren in Düsseldorf bei Josef Boyse Kunst studiert hat "Da war ich noch revolutionär, jetzt bin ich alt!" und dass sie dort ihren Mann kennen gelernt hat, mit dem drei Kinder hat, die sich übrigens auch sehr freuen würden, mit uns deutsch zu reden und dann gibt sie mir ihre Nummer und nimmt mir das Versprechen ab, sie auch wirklich anzurufen und vorbeizukommen. Boing - und dann war sie weg.
Gestern habe ich Nili also angerufen und besuche sie kommenden Montag in Hod HaSahron.
So einfach ist das in Israel!
Dienstag, 12. Januar 2010
Thats so typical israelisch
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Betty? Bin begeistert, grenzt an genialität,klasse !
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