Samstag, 30. Januar 2010

Westerwelle gegen Peres

Simon Peres sprach im Bundestag hebräisch - auf jeder Titelseite jeder israelischen Tageszeitzung fand dieser Umstand sich in riesengroßen Lettern wieder. Die Zeitungen fanden rasanten Absatz; auf jedem Radiosender und jedem Fernsehsender überschlugen sich die Berichterstattungen darüber.
Die Rede wurde übrigens live übertragen: Radiosender wie TV-Stationen waren dabei und das ganze Land hörte zu.
Egal aus welchem politischen Lager; egal woher sie ehemals stammten; egal ob selbst vom Holocaust betroffen oder nicht: ALLE Isarelis versprühten für einige Tage einen ungeheuren Stolz. Und mit jedem, mit dem ich mich darüber unterhalten habe - jeder erwähnte, dass Simon Peres eigentlich über ein excellentes Englisch verfüge:
"But he spoke hebrew in the german Parlament!"

Wer kann, möge verstehen:
Wenn an gleicher Stelle, an der "uns Adolf" vor 75 Jahren von der "Ausrottung der Juden" (und noch mehr Unsinn) gesprochen hat - nun der Präsident Israels (des "Judenstaates") in der Muttersprache genau jenes Landes spricht, welches es nach "uns Adolf" eigentlich nicht geben dürfte ... dann ist das sowas wie ein "später" Sieg. Adolf ist tot, Israel lebt!

Gleichzeitig: als uns Guido (Westerwelle) vor einigen Wochen in Israel seinen Antrittsbesuch abstattete, war dies gerademal eine Notiz auf der Dritten Seite wert und das er Homosexuell ist, wurde mit keinem Wort erwähnt.
Das kann man positiv bewerten: ist Isarel die sog. "sexuelle Orientierung" nicht so wichtig. Ja, wäre schön - ist aber meiner Meinung nicht so. Der Grund, weshalb darüber in Isarel nicht berichtet wird, ist ganz simple: Deutschland soll bitte nicht als modernes und aufgeschlossenes Land bekannt werden.
Aber, wir pflegen doch alle unsere Vorurteile, oder?

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