Mittwoch, 6. Januar 2010

Ein Wächter der nicht wacht ...

... ist wie ein Taucher der nichts taucht!
In Kochav Yair gibt es ein Security-Gate wie in allen Moschvim und kleinen Ortschaften in Israel. Fährt man mit dem Auto nach Kochav Yair hinein, erreicht man zuerst eine kleine Straßenbarriere, an der man das Tempo gehörig drosseln muss. Links steht Tag und Nacht ein oder mehrere Wachmänner, die mit ernster Mine in jedes Auto hineinblicken und erst nachdem sie sich überzeugt haben, dass kein Terrorist oder Attentäter sich darin befindet, den Pkw "durchwinken".

Nach welchen Anhaltspunkten sie die Terroristensuche begehen, ist mir bis heute nicht klar: es wird weder ein Kofferraum geöffnet, noch völlig Fremden Fragen nach dem Grund ihres Besuches gestellt. In der Nacht ist dieser Check-Point erhellt wie der Frankfurter Flughafen und an regnerischen Tagen kommen die Wachmänner nicht einmal aus ihrem Wachhäuschen heraus.
Jede Familie in Kochav Yair muss monatlich 80 NIS (=ca. 18 Euro) für diese "Sicherheit" bezahlen, die im Grunde gar keine Sicherheit ist, denn gestern habe ich erfahren, dass diese Wachmänner im Falle eines Falles nicht eingreifen dürfen.
Die Wachmänner tragen zwar Waffen, eine kleine Pistole am Gürtel, dürfen diese aber nicht benutzen. Nicht mal einen kleinen Dieb dürften sie aufhalten. Da sie keine "Vertreter" des Gestzes sind (Polizisten, Millitär etc.), sondern nur Wachmänner. Das ist ja fast so unsinnig wie die UN-Mitarbeiter (Blauhelme), die im Norden Israels wie im Süden des Libanon "Wache schieben" bzw. das Gebiet befrieden sollen und bei Ausbruch von Gewalttätigkeiten zwischen den verfeineten Parteien nur zuschauen dürfen.
Die Kampfhähne anfeuern dürfen sie aber sicherlich - für irgendwas müssen wir sie ja schließlich bezahlen, oder?

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